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Im Rausch des Aufruhrs

Deutschland 1923 | Das turbulenteste Jahr der Weimarer Republik

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Buch (gebunden)
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Inflation, Aufstände, Putschversuch und eine heiße, florierende Populärkultur. Das Jahr 1923 ist in seiner Ambivalenz sowohl das Ende der Nachkriegszeit, als auch der Auftakt zu den Goldenen Zwanzigerjahren der Weimarer Republik.

Das turbulenteste und spannendste Jahr der Weimarer Republik

1923 ist das Jahr der Hyperinflation, in der Angestellte die Geldscheine eines Wochenlohns mit der Schubkarre transportierten. 1923 ist das Jahr der Besetzung des Ruhrgebiets und einer heftigen Streikwelle. 1923 ist das Jahr von blutig niedergeschlagenen kommunistischen und nationalsozialistischen Aufstandsversuchen. Und es ist das Jahr radikaler Gegensätze zwischen bitterer Armut einerseits und einer orchideenhaft blühenden Unterhaltungskultur.

1923 ist in seiner Ambivalenz das Ende der Nachkriegszeit und der Auftakt zu den Goldenen Zwanzigerjahren der Weimarer Republik.

Christian Bommarius setzt das Panorama eines Jahres der Extreme durch eine Vielzahl meisterhaft erzählter Geschichten und Porträts zusammen.

Produktdetails

Erscheinungsdatum
16. März 2022
Sprache
deutsch
Auflage
1. Auflage
Seitenanzahl
352
Autor/Autorin
Christian Bommarius
Verlag/Hersteller
Produktart
gebunden
Abbildungen
27 Abb.
Gewicht
598 g
Größe (L/B/H)
130/207/29 mm
ISBN
9783423290043

Portrait

Christian Bommarius

Christian Bommarius, Jahrgang 1958, studierte Germanistik und Rechtswissenschaft. Nach journalistischen Stationen, etwa als Korrespondent beim Bundesverfassungsgericht, war er von 1998 bis 2017 Redakteur der Berliner Zeitung , anschließend Kolumnist der Süddeutschen Zeitung und ist seither freier Publizist. Für sein publizistisches Werk wurde Bommarius der Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste Berlin zuerkannt.

Pressestimmen

Zwölf Monate in zwölf Kapiteln, gut lesbar und anekdotenreich erzählt. Florian Felix Weyh, Deutschlandfunk Kultur, Lesart

Der Autor zeichnet anhand berührender Schicksale ein pointiertes Panorama, aufgeteilt in zwölf Monatskapitel. P. M. History

Es ist keine Aufzählung von Daten und Ereignissen, es ist kein erweiterter Kalender, es ist auch mehr als eine Collage; es ist ein raffiniertes literarisches Werk über ein wahnsinniges Jahr. Heribert Prantl, heribertprantl. de

Das Jahr 1923 markierte das Ende der Nachkriegszeit und den Beginn der Goldenen Zwanzigerjahre, in seiner ganzen Ambivalenz im Rausch des Aufruhrs glänzend beschrieben. Annette Wilmes, Deutschlandfunk, Andruck

Was Bommarius auszeichnet, sind die zahllosen funkelnden Details, die seiner akribischen Archivrecherche zu verdanken sind. Robert Probst, Süddeutsche Zeitung

Christian Bommarius beschreibt das deutsche Schicksalsjahr 1923 in kunstvollen Miniaturen. Nach der Lektüre staunt man, dass die Republik bis 1933 durchhielt. Martin Wein, General-Anzeiger

Das Eingehen auf diese Einzelschicksale fügt sich im Ganzen zu einer sozialgeschichtlichen Analyse, die die daraus resultierende Anfälligkeit für Gewalt und Extremismus erhellt. Philip Schäfer, Frankfurter Allgemeine Zeitung

In seinem Buch Im Rausch des Aufruhrs hat Christian Bommarius das Panorama eines Jahres der Extreme durch eine Vielzahl meisterhaft erzählter Geschichten und Porträts zusammengesetzt. hr2 kultur, Am Nachmittag

Bommarius, langgedienter Zeitungsjournalist, schreibt ausnehmend gut. Plastisch erzählt er das Kaleidoskop dieses einen Jahres, pointiert, informiert wie informativ. Buchkultur

In dem Buch steckt so viel perfekt arrangiertes Wissen, dass es niemals langweilt und dass man ihm viele Leser wünscht. Andre Fischer, Nürnberger Nachrichten

Der Erzähler Bommarius ist also immer da. Aber er ist umgeben von anderen, die ihre Geschichten erzählen. Arno Widmann, Frankfurter Rundschau

Christian Bommarius setzt das Panorama eines Jahres der Extreme durch eine Vielzahl meisterhaft erzählter Geschichten und Porträts zusammen. Buch-Magazin

Besprechung vom 22.03.2022

Im Strudel der Geschichten
Christian Bommarius führt durch das Jahr 1923

Januar 1923. Ein Stück Brot kostet rund 250 Mark. Am Ende dieses turbulenten Jahres wird der Preis auf 399 Milliarden angewachsen sein. Die Ablösung der alten Mark durch die neue Rentenmark, eingeführt im November durch die Regierung unter dem Kanzler und späteren Außenminister Gustav Stresemann, war da schon in die Wege geleitet. Diese Maßnahme wird zwar später zur Stabilisierung der Währung in Deutschland beitragen, die vorausgegangene Vernichtung vieler Vermögen durch die Hyperinflation mit all ihren sozialen Verwerfungen aber nicht rückgängig machen können. Das Inflationstrauma von 1923 prägt die deutsche Währungspolitik bis heute.

Der Brotpreis ist der rote Faden, an dem der Journalist und Schriftsteller Christian Bommarius den Leser durch das von Aufruhr geprägte Jahr 1923 führt. Mehr oder weniger der einzige rote Faden, müsste man wohl anmerken, denn ansonsten wimmelt es in dem anschaulich erzählten und fundiert recherchierten Buch von scheinbar unzusammenhängenden Namen, Geschehnissen oder Eindrücken. Strukturiert werden sie lediglich durch die Einteilung in die jeweiligen Monate des Jahres.

Einige wenige Personen wie etwa der Chansonsänger Marcellus Schiffer oder der spätere NS-Propagandaminister Goebbels erhalten zwar regelmäßige Auftritte. Viele Protagonisten wie der Fußballtrainer Sepp Herberger oder die Schriftstellerin Vicki Baum tauchen dagegen nur ein einziges Mal auf, bevor sie wieder im Strudel der Geschichte(n) verschwinden. Damit gelingt Bommarius einerseits ein kaleidoskopartiger Blick auf das Jahr 1923. Andererseits kann die Masse von Namen und Ereignissen beim Lesen auch zu einer gewissen Orientierungslosigkeit führen.

Mehr begleitende Informationen wären da hilfreich gewesen. Der knappe Anhang führt zwar Kurzbiographien aller auftauchenden Figuren sowie ein Anmerkungsverzeichnis und ein Personenregister auf; dafür fehlen weitere Orientierungshilfen wie eine chronologische Übersicht der erzählten Ereignisse. Am dringlichsten vermisst wird eine Einführung oder ein Nachwort mit einer Hinführung zur historischen Situation und zur Konzeption der Stoffauswahl, außerdem ein Quellen- und Literaturverzeichnis.

Diese Mängel mindern die erzählerische Leistung von Christian Bommarius in keiner Weise. Über die Flucht des rechtsextremen Freikorpsführers Gerhard Roßbach liest man beispielsweise: "Am 15. Oktober beendet der Staatsgerichtshof in Leipzig Roßbachs Haft mangels Flucht- und Verdunklungsgefahr, eine Einschätzung, der Roßbach unmittelbar nach seiner Entlassung ebenso nachdrücklich wie überzeugend widerspricht: Er flüchtet." Diese Episode ist nur eine von vielen, mit denen Bommarius illustriert, wie rechtsextreme Aktivisten von einer bestenfalls nachlässigen, schlimmstenfalls komplizenhaften Behandlung durch den Weimarer Staat profitierten.

Eindrücklich schildert der Autor auch den alltäglichen Antisemitismus und Chauvinismus, der von Schreibern reaktionärer oder opportunistischer Medienimperien wie denen Alfred Hugenbergs oder Hugo Stinnes' noch befeuert wurde. Erwähnt sei hier der von Bommarius immer wieder aufgegriffene rechte Agitator Adolf Stein, ein Protegé Hugenbergs und einer der einflussreichsten Publizisten der Weimarer Republik. Er bezeichnete einmal das Tier als "Übergangsstufe vom Franzosen zum Menschen" oder diffamierte Schauspielerin Lucie Mannheim als "hässliche Jüdin" , die aber dennoch spielen könne. Wie schnell derartige Worte sich mit Taten verknüpften, zeigen die blutigen Ruhrkämpfe gegen die französische Besatzung oder die Judenpogrome im Berliner Scheunenviertel vom November 1923.

In einem Buch über das Jahr, das heute auch als Startpunkt der Goldenen Zwanziger gesehen wird, dürfen Geschichten aus dem Kulturleben nicht fehlen. Bommarius entschließt sich auch hier für eine breite Palette an auftretenden Personen und widmet sich hauptsächlich Anekdoten aus deren Privatleben. So geht es etwa um Szenen der Beziehung Kafkas zu seiner letzten Liebe Dora Diamant oder den einen oder anderen Skandal aus dem Leben der Tänzerin Anita Berber.

Der unscheinbare Bürger des Jahres 1923 findet in dieses Buch hauptsächlich über Schilderungen der durch die Inflation ausgelösten extremen Armut Eingang, mit all ihren fatalen Konsequenzen. Das reicht von der Vergiftung ganzer Familien durch selbst gesammelte Pilze - in Ermangelung anderer erschwinglicher Lebensmittel - bis hin zur durch die allgemeine Not alltäglich gewordenen Kriminalität. Das Eingehen auf diese Einzelschicksale fügt sich im Ganzen zu einer sozialgeschichtlichen Analyse, die die daraus resultierende Anfälligkeit für Gewalt und Extremismus erhellt. PHILIP SCHÄFER

Christian Bommarius:

"Im Rausch des Aufruhrs". Deutschland 1923.

Dtv, München 2022. 352 S., geb.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.

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Deutschland im Jahr 1923. Dieses Jahr wird ein sehr prägendes Jahr für die Geschichte werden. Die Franzosen und die Belgier haben das Ruhrgebiet besetzt. Hitler begeht seinen Putschversuch in München. Im Oktober kostet ein Brot 1.743.000.000 Mark. Die Arbeitslosenquote steigt stetig. Es gibt blutige Aufstände. Aber neben all diesen schrecklichen Sachen blüht das Kulturleben regelrecht auf.Christian Bommarius versteht es, die Geschichte dieses Jahres wirklich spannend zu erzählen. Jedem Monat ist ein Kapitel gewidmet. Man weiß auch sofort, was einen erwartet, da jedem Kapitel eine kurze Zusammenfassung vorausgeht. Man erfährt Interessantes aus dem Alltagsleben der Menschen, aus dem Kultur- und Nachtleben, Politik und Wirtschaft. Alles sehr verständlich erzählt. Ganz am Ende gibt es noch ein Personenregister. Hier erfährt man, wie es mit den im Buch genannten Personen weitergegangen ist. Das fand ich besonders gut, weil man nicht selber nachforschen muss. Sehr durchdacht.Überhaupt ist das ganze Buch schön durchdacht und wird für jeden Geschichtsinteressierten eine Freude sein.