Nach dem fesselnden zweiten Band der Reihe, war ich jetzt super gespannt auf den Abschluss und darauf, was Millie nun erleben wird. Dieser Band macht einen riesigen Zeitsprung und spielt einige Zeit nach dem zweiten. Millie ist nun verheiratet, Mutter und hat auch ganz andere Sorgen als in den beiden Bänden zuvor. Ich muss sagen, dass ich deswegen nicht so ganz in die Geschichte zunächst hineingefunden habe, da ich Millie immer nur als unabhängige, toughe Frau kannte. Sie ist immer noch eine starke Frau, aber jetzt macht sie sich ständig viele Sorgen um ihre Kinder, was auch normal ist, mich in meinem Leseerlebnis jedoch gestört hat. Auch ihre Beziehung zu Enzo fand ich zwar interessant, aber es wurde ständig über eine Thematik gesprochen, die ich überhaupt nicht mag als Trope und dadurch wurde das Lesen irgendwann richtig anstrengend. Ich verstehe im Nachhinein, dass es diese Szenen vielleicht gebraucht hat, damit sich die Handlung immer mehr zuspitzt, aber ich mochte es überhaupt nicht, über manche Geschehnisse zu lesen, ohne hier zu viel zu spoilern. Die Geschichte machte mir in der ersten Hälfte keinen Spaß und ich habe auch überlegt, das Buch abzubrechen, auch wenn ich sonst eigentlich gar nicht der Typ zum Abbrechen von Büchern bin. Ich habe mich jedoch mit diesen Anspielungen so unwohl gefühlt, dass ich wirklich darüber nachgedacht habe. Die erste Hälfte des Buches hat sich für meinen Geschmack sehr gezogen und ich war schon enttäuscht, da man als Leser durch die beiden anderen Bände eine ganz andere Dynamik gewöhnt war.
In der zweiten Hälfte kamen die Spannung und die Erzählweise der vorherigen Bände zurück und ich mochte von dort an die Geschichte auch. Dennoch habe ich viele Wendungen vorhergesehen und es war für mich irgendwie klar, dass es so ähnlich kommen wird. Deswegen wurde ich nicht groß überrascht, aber es war trotzdem unterhaltsam, die Einzelheiten, die nach und nach aufgedeckt wurden, zu einem großen Ganzen zusammenzufügen.
Insgesamt war dieser Abschluss der Reihe leider etwas enttäuschend für mich, vor allem die erste Hälfte. Diese wirkte auf mich viel langatmiger als der sonst so fesselnde Schreibstil der Autorin und auch die angesprochene Lebenssituation und Geschehnisse konnten mich nicht überzeugen. Erst ab der Hälfte gewann das Buch wieder an Spannung und der Sog der anderen Bände kam zurück. Somit ein solider Abschluss, wenn auch für mich der deutlich schwächste Band der Reihe.