Marc-Uwe und das Känguru rebellieren! Mit ihren alten Weggefährten Friedrich-Wilhelm, Herta und Krapotke sitzen sie wieder in ihrer Stammkneipe Bei Herta und sinnieren über die Gesellschaft, die Superreichen, die Social Media-Seuche, die Rettung der Welt, die Klimakrise und über die CDU/CSU. Dabei stellen sie fest: So kann es mit der Welt nicht weitergehen! Nach dem gescheiterten Versuch, die Welt mit dem Asozialen Netzwerk zu verändern, bleibt ihnen nur die offene Rebellion. Und damit möglichst viele Leute mit ins Boot geholt werden, geht das Känguru neue Wege und verwendet dafür ein Medium des 21. Jahrhunderts: einen Podcast, aufgenommen bei Herta. Auf der Suche nach neuen Rekruten entsteht die ein oder andere neue Geschäftsidee, Wetten werden abgeschlossen und natürlich gibt es Streit darüber, wer das Bad putzt und wer den letzten Mango Joghurt essen darf.
Ich hatte mich sehr auf das Comeback der verrücktesten WG Deutschlands gefreut und wurde in weiten Teilen auch wieder hervorragend zeitpolitisch-aktuell unterhalten. Über die Sticheleien gegenüber Friedrich März, Markus Söder und Konsorten konnte ich herzhaft lachen, dennoch war es im Gesamtpaket ein wenig zu viel CDU/CSU-Bashing und zu wenig anderes. Das letzte Quäntchen zum vollends gelungenen Werk fehlte, so wie beispielsweise bei Band 3: Der Schredder war ein so genialer Widersacher, da kann Jens Spahn nicht einmal im Ansatz mithalten. Vielleicht hätte eine Alice Weidel Chancen, aber die bekam in diesem Band leider keinen Gastauftritt.
Die Lesung durch den Autor selbst war wie immer grandios! Marc-Uwe Klings Werke kann man einfach nicht anders konsumieren als durch seine eigene, vorgelesene Interpretation. Ich war auf jeden Fall gut unterhalten, aber der fünfte Band hatte bei weitem nicht so viel Nachklang wie die vorherigen Werke.