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Die Hohenzollern und die Nazis

Geschichte einer Kollaboration | Ausgezeichnet mit dem Deutschen Sachbuchpreis 2022

(8 Bewertungen)15
230 Lesepunkte
Taschenbuch
22,99 €inkl. Mwst.
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"Stephan Malinowski [erzählt] für das große Publikum, wie Mitglieder der Monarchenfamilie zu Steigbügelhaltern Hitlers wurden." Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung

Seit über 100 Jahren haben die »Oberhäupter« der Hohenzollern immer wieder mit Juristen, Historikern, Journalisten, Ghostwritern und PR-Beratern zusammengearbeitet, mit deren Hilfe sie das Bild der Familie in der Öffentlichkeit aufpolierten. Nun werden Rollen und Selbstdarstellung der wichtigsten Familienmitglieder von einem der besten Kenner der Materie erstmals analysiert und dargestellt: In einer großen historischen Erzählung zieht Stephan Malinowski den Bogen über drei Generationen von 1918 bis in die Gegenwart und beschreibt das politische Milieu, in dem sich ihre Akteure bewegten.

Produktdetails

Erscheinungsdatum
25. April 2024
Sprache
deutsch
Auflage
Auflage
Seitenanzahl
752
Autor/Autorin
Stephan Malinowski
Verlag/Hersteller
Produktart
kartoniert
Gewicht
646 g
Größe (L/B/H)
207/135/51 mm
Sonstiges
Klappenbroschur
ISBN
9783548068411

Portrait

Stephan Malinowski

Stephan Malinowski, geboren 1966 in Berlin, studierte und lehrte Geschichte in Berlin, Frankreich, Italien, den USA, Irland und Großbritannien. Sein Buch Vom König zum Führer über den deutschen Adel und die NS-Bewegung wurde mit dem Hans-Rosenberg-Preis ausgezeichnet. Das Gutachten, das er im Auftrag des Landes Brandenburg erstellte, spielte in der Diskussion um die vom »Chef des Hauses« Hohenzollern geltend gemachten Restitutionsansprüche eine zentrale Rolle.


Pressestimmen

»Stephan Malinowskis brillantem Buch gelingt ein Gleichgewicht zwischen der forensischen Analyse individuellen Verhaltens und einem neuen Verständnis dafür, wie die giftige politische Kultur einer besiegten Monarchie dazu beitrug, die Demokratie in Deutschland zu zerstören. « Christopher Clark, Die Zeit

"bahnbrechend" Dr. Julia Encke, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

"Ein wegweisendes Buch: In "Die Hohenzollern und die Nazis" erzählt Stephan Malinowski für das große Publikum, wie Mitglieder der Monarchenfamilie zu Steigbügelhaltern Hitlers wurden" Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung

"Die in Hinterzimmern verabredeten Intrigen, bei denen die Kooperation des Ex-Thronfolgers mit den Nationalsozialisten schließlich in Kollaboration umschlug, schildert der Historiker mit den Spannungsmitteln eines Kriminalschriftstellers." Christian Schröder, Der Tagesspiegel

"[. . .] ein dichtes Bild über Anspruch, Agieren und Wahrnehmung eines hochadeligen Hauses wie auch eines Milieus in einer dramatischen Epoche. Das Buch wird die weitere, wichtige Diskussion über das Verhältnis der einstmals kaiserlichen Familie zum Nationalsozialismus begleiten." Niels Beintker, BR24

Auf 600 Seiten zeichnet Malinowski rasant erzählt und auch für Laien verständlich das Abdriften der Monarchenfamilie vom gekränkten Kriegsverlierer-Clan 1918 in die antirepublikanischen Kreise der Weimarer Republik nach. [ ] Der Autor macht diese Jahre der Weichenstellung in Richtung Katastrophe so anschaulich, wie es eine gut gemachte Fernsehserie wie Babylon Berlin kaum vermag. Ulrich Wangemann, Märkische Oderzeitung

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LovelyBooks-BewertungVon JudithP am 19.10.2022
Ein aktuelles Thema, informativ und gut lesbar aufgearbeitet
LovelyBooks-BewertungVon dracoma am 04.09.2022
Gleich zu Beginn stellt der Autor klar, dass er sein Buch nicht auf die Frage der Vorschubleistung reduziert sehen will. Er betrachtet sein Buch eher als Fallstudie, in der er die Handlungen einer hochadligen Familie mit der historischen Methode untersucht. Der Autor legt seine Darstellung daher breit an und beginnt mit dem Exil des Kaisers Wilhelm II. und des Kronprinzen Wilhelm in den Niederlanden und beobachtet ebenfalls das Agieren der Familie und der Vertrauten. Ein wesentlicher Untersuchungsgegenstand ist dabei die Kommunikation zwischen den Hohenzollern und der Öffentlichkeit. Der Autor betont die Bedeutung der Selbstdarstellung bzw. Performance für das Bild, das die Hohenzollern der Öffentlichkeit bieten wollten. Die war nicht immer leicht zu meistern; so ließ sich z. B. die Fahnenflucht des Kaisers und des Thronfolgers in den folgenden Jahren nur schwer vermitteln. Ein breit aufgestellter Stab an PR-Beratern, Ghostwritern, Journalisten, Juristen etc. sorgte für das gewünschte Außenbild der Figur.Malinowski legt akribisch dar, wie die Hohenzollern die Hoffnung auf eine Restitution der Monarchie nicht aufgaben und wie sie sich zum Steigbügelhalter der Nationalsozialisten machten. Dazu nutzen sie ihren charismatischen Namen, der Sehnsüchte und Volk hervorruft, die den Kyffhäuser-Mythos assoziieren lassen, wobei die Namensträger allerdings von Charakter und Leistung her diesen Erwartungen nicht gerecht werden. Zusätzlich nutzen sie die informellen Kommunikationsmöglichkeiten des Adels bzw. Hochadels, wie sich bei Jagdgesellschaften, Bällen, in den Clubs, den Offizierkasinos etc. ergaben. Die Verbindung des nationalen mit dem konservativen Lager glückt, und der Tag von Potsdam, an dessen Inszenierung auch die Hohenzollern beteiligt sind, zeigt eindrucksvoll den Schulterschluss von Alt und Neu. Die nächsten Jahre sind gekennzeichnet von Anbiederungsversuchen, Anpassungen und Arrangements. Nach wie vor stellen die Hohenzollern dem Regime ihre jahrhundertealte Geschichte, ihr Charisma und den Glanz ihres Namens zur Verfügung. Trotzdem reicht der Einfluss nicht so weit, um im arrivierten NS-System eine bedeutende Rolle zu spielen.Liest man die Quellen, die Malinowski anführt, fällt es schwer, an die imaginierte Opferrolle der Hohenzollern zu glauben. Da werden die Verhaftungen von Kommunisten, Sozialisten, Juden und anderen "Volksfeinden" als "Aufräumarbeiten" abgetan, Mussolini wird wegen seiner "genialen Brutalität" bewundert, schon in den 20er Jahren sind Hitler, Röhm und Göring Gast im Cecilienhof, Wahlaufrufe für Hitler, Sätze wie "Jetzt heißt es, jedem in die Fresse zu hauen", der die Regierung Hitler angreife, Geldzuwendungen, Assistenz im SA-Folterkeller, eine Fülle an Bildmaterial etc. - Malinowski stützt seine Darlegungen auf eine breite Quellenlage, die er genau auswertet und zugleich die apologetischen Ausführungen anderer Historiker widerlegt. Sein Urteil: Es dürfte "auch im Adel aller Sparten nur wenige Familien gegeben haben, die so geschlossen, so stetig, so radikal und so wirkungsvoll gegen die Republik und ihre Prinzipien aufgetreten sind wie die politisch relevanten Mitglieder der Familie Hohenzollern" (S. 620). Kronprinz Wilhelm und seine Familie gehörten überwiegend nicht zum harten Kern der Nationalsozialisten, aber sie entfalteten ihre Wirkung für das Regime als "Opportunisten und Kollaborateure" (S. 613).Das Buch ist lesefreundlich gegliedert in Kapitel und kleinere Unterkapitel. Die Überschriften der Unterkapitel sind gelegentlich ironisch wie "Dem Widerstand widerstanden" (S. 505) oder "Royale Resterampe" (S. 535). 117 Seiten Anhang (Fußnoten, Quellen und Literatur) belegen den historischen Anspruch.Trotzdem: Ein Buch, das trotz seiner methodischen Dichte gut zu lesen ist - eine packende Darstellung auch für den Laien.