Der Medicus Adrien Fleury sieht sich im lothringischen Varennes-Saint-Jacques mehreren Katastrophen auseinandergesetzt: Judenhass, die neuartige Bewegung der Flagellanten und nicht zuletzt die Pest.Daniel Wolf beendet seine Reihe um die Familie Fleury erneut mit einem Wälzer. Stolze 960 Seiten umfasst "Die Gabe des Himmels" und bietet erneut ein buntes Potpourri an Handlungssträngen.Dabei wird ein Mittelweg zwischen den ersten beiden und dem handlungstechnisch doch etwas herausstechenden dritten Band gegangen. Die Handlung spielt zwar in weiten Teilen wieder in Varennes-Saint-Jacques, aber Adrien - der auch Adrianus genannt wird - hat so gar nichts mit dem Beruf des Kaufmanns zu tun, für den seine Vorfahren bekannt waren. Er wird Medicus zur Zeit des "Schwarzen Todes". Damit macht er sich natürlich nicht nur Freunde und muss gegen zahlreiche Widerstände kämpfen. Natürlich kommt auch hier die Liebe nicht zu kurz.Dabei gibt es hier zwei zentrale Themenbereiche, neben der schon erwähnten ausbrechenden Pest ist das noch der aufkommende Judenhass, der sich dann auch in Anfeindungen bis hin zu Gewalt und Massakern niederschlägt. Angeheizt wird dies auch durch die Bewegung der Flagellanten, die, um Buße zu tun und Gott zu gefallen, durch die Straßen ziehen und sich selbst geißeln.Man sieht also: Das sind nicht unbedingt neue Themen - wer schon mal einen Mittelalterroman, noch besser, mit medizinischem Bezug, gelesen hat, sollte zumindest grob wissen, was auf ihn zukommt. Dennoch schafft es Daniel Wolf auch hier, einen grundsoliden und spannenden historischen Schmöker zu erzählen.So kann ich auch hier meiner Bewertung treu bleiben und die Reihe um die Familie Fleury jedem, der historische Romane in Überlänge mag, die aber dennoch spannend zu lesen sind, bedenkenlos empfehlen.