Mars-Genesis Die letzte Reise konnte ich einfach nicht aus der Hand legen. Es war ab der ersten Seite super spannend und dies blieb auch die ganze Zeit so. Ständig habe ich mich überlegt, was da jetzt genau los ist und wie die Kolonisten diese Raummission zu einem guten Ende werden bringen können. Es las sich wie ein Weltraumthriller, die sich mit vielen interessanten Themen auseinandersetzt und mir unglaublich gut gefallen hat.
Basiert auf den Klappentext hatte ich eigentlich erwartet, das ein viel größerer Teil der Geschichte auf dem Mars spielt. Das war aber nicht der Fall. Am meisten befinden wir und bei den Kolonisten im Raumschiff MSC One, während sie auf dem Weg zum fremden Planeten sind. Man lernt ihr alltägliches Leben an Bord des Schiffes kennen, was mich sehr fasziniert hat. Sie wurden zwar alle sorgfältig ausgesucht, um an dieser Reise teilzunehmen, trotzdem ist es nie einfach für so eine lange Zeit auf engsten Raum zusammenleben zu müssen. Dazu kommt noch, dass die Lebensumstände komplett anders sind. Man muss auf die Ressourcen achten, das Essen schmeckt komplett anders, man hat einen geregelten Tagesablauf und auch der Körper muss sich umstellen. Es war toll einen Einblick darin zu bekommen, für mich wäre es aber nichts.
Am besten lernt man Melody, die Kommandantin, und Joe, einer der Psychologen, kennen. Die beiden mochte ich sehr. Sie waren sympathisch, empathisch und schienen passen für ihre Funktion an Bord des Raumschiffes ausgewählt worden zu sein. Genauso wie alle anderen haben sie aber auch ihre Schwächen und Zweifel. Das mochte ich sehr, weil man sich so besser in sie hineinversetzen konnte, sie realer erschienen und man als Leser viel stärker mitfiebern konnte. Aber nicht nur die Menschen spielen eine wichtige Rolle in dieser Geschichte. Sehr habe ich mich über die Kapitel mit Vier gefreut und es war jedes Mal ein Vergnügen mich in ihn hineinversetzen und so mehr über seine Sicht der Dinge erfahren zu dürfen.
Was mir gut gefallen hat, sind die kurzen Kapitel. Dadurch bekommt man nämlich das Gefühl, dass die Geschichte einfach vorbeifliegt. Jedes Mal wieder passiert etwas Neues, unvorhersehbares, weswegen ich einfach nicht mit dem Lesen aufhören konnte. Durch den Klappentext wird schon einiges verraten, trotzdem habe ich ständig mitgerätselt und mich oft gewundert, was da genau vonstattengeht. Ich wusste auch oft nicht mehr, wen ich jetzt eigentlich trauen konnte und wen nicht. Dieses misstrauische Gefühl wurde auch verstärkt durch die unheimlichen Traumsequenzen, die man am Anfang der Kapitel lesen konnte. Ich habe mich lange überlegt, was sie mir genau sagen wollen und, ob sie noch eine wichtige Rolle spielen würden oder, ob sie einfach nur eine Folge der lange Reise in dem Raumschiff sind.
Auf jeden Fall eine gut geschriebene, extrem spannende Science Fiction Geschichte, die sich mit vielen verschiedenen Themen auseinandersetzt: wie ein Zusammenleben funktionieren kann, während man außergewöhnliche Bedingungen ausgesetzt ist zum Beispiel. Aber auch, wie Menschen, Roboter und KIs miteinander umgehen. Und natürlich, wie ein Leben auf dem Mars aussehen könnte. Mir hat es von Anfang bis Ende gut gefallen. Empfehlenswert!