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Dunkle Stunden

Ein Fall für Renée Ballard und Harry Bosch

(5 Bewertungen)15
229 Lesepunkte
Buch (gebunden)
22,90 €inkl. Mwst.
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An Silvester ist in Hollywood die Hölle los: Beim traditionellen Bleiregen schießen um Mitternacht Hunderte Feiernde in den Himmel. Dabei spielt es keine Rolle, dass alles, was hoch geht, auch wieder runtermuss. Wenige Minuten später werden Renée Ballard, Detective der Nachtschicht beim LAPD, und eine ihrer wenig engagierten Kolleginnen, die sonst tagüber arbeitet, zu einem Tatort gerufen: Der Besitzer einer Autowerkstatt wurde inmitten einer überfüllten Straßenparty angeschossen und stirbt noch im Krankenwagen. Schnell steht fest: Diese tödliche Kugel ist nicht vom Himmel gefallen. Noch ein Fall beschäftigt Ballard: Die Midnight Men, eine Bande von Sexualstraftätern, haben in den vergangenen fünf Wochen zwei Frauen vergewaltigt - und nicht eine Spur hinterlassen. Hinzu kommt, dass die Pandemie und die jüngsten Proteste Ballards Arbeit von Grund auf verändert haben. Niemand glaubt mehr daran, dass die Polizei Gutes bewirkt - nicht mal sie selbst, befürchtet Ballard, wenn sie sich die Moral im Kollegium so ansieht. Fest entschlossen, beide Fälle aufzuklären, wendet sie sich an den einzigen Detective, auf den sie zählen kann: Harry Bosch.

Produktdetails

Erscheinungsdatum
28. August 2023
Sprache
deutsch
Seitenanzahl
432
Reihe
Ein Fall für Renée Ballard, 4
Autor/Autorin
Michael Connelly
Übersetzung
Sepp Leeb
Verlag/Hersteller
Originaltitel
Originalsprache
englisch
Produktart
gebunden
Gewicht
522 g
Größe (L/B/H)
209/129/37 mm
Sonstiges
Gebunden mit Farbschnitt
ISBN
9783311125709

Portrait

Michael Connelly

Michael Connelly ist mit über 85 Millionen verkauften Büchern in 45 Sprachen einer der US-amerikanischen Krimi-Superstars. 1956 geboren, wuchs er in Florida auf, wo er als Journalist arbeitete, bis ihn die Los Angeles Times als Gerichtsreporter in die Stadt holte, in der sein literarisches Idol Raymond Chandler seine Romane spielen ließ, was Connelly ihm später gleichtun sollte. Im Kampa Verlag erscheinen neben den Fällen des legendären Ermittlers Harry Bosch und der Nachtschicht-Detective Rene e Ballard auch Connellys Romane mit Jack McEvoy und Michael »Mickey« Haller. Connelly lebt in Kalifornien und in Florida.

Pressestimmen

»Michael Connelly erzählt ohne Schnickschnack, hält das Tempo durchgehend hoch. « Hannes Hintermeier / Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Dunkle Stunden fesselt mit zwei unterschiedlichen Fällen. [. . .] Ein durchweg überzeugender Krimi, der keine Langeweile aufkommen lässt. « Dirk Hoffmann / Blog »Mamoulians Geschichten«

Besprechung vom 02.01.2024

Fahr schon mal, Harry!
Michael Connellys Ermittlerduo liefert

Zwei Fälle bietet der Jahreswechsel Detective Renée Ballard, die beim LAPD Nachtschicht an Silvester schiebt. Inmitten der in Los Angeles üblichen wüsten Silvesterknallerei, mehrheitlich mit Schusswaffen denn mit Feuerwerkskörpern veranstaltet, wird der Inhaber einer Autowerkstatt mittels Kopfschuss ums Leben gebracht. Außerdem erwartet Ballard, das intern "Midnight Men" getaufte Vergewaltiger-Duo werde erneut zuschlagen.

Man könnte jetzt angesichts des Autors, der uns "Dunkle Stunden" serviert, reflexhaft abwinken und sagen: Michael Connelly? Nach Verlagsangaben hat der 1956 in Philadelphia geborene, in Florida lebende Autor mehr als achtzig Millionen Bücher weltweit verkauft. Betreibt er also eine Schreibfabrik, die das immergleiche Buch immer wieder vorlegt?

Selbst wenn, ist die Fabrik gut geführt: Hier wird noch richtig gearbeitet und in Details investiert, wird das Genre police procedural ernst genommen. Connellys Einblicke in den Justizapparat sind kenntnisreich, von den Modalitäten des Schichtdienstes bis zum immerwährenden Kompetenzgerangel, von faulen, dem Ruhestand entgegendämmernden Kollegen bis zu Kriminellen in Uniform.

Als man ihr wieder und wieder Prügel zwischen die Beine wirft, kann sich Renée Ballard eines Gedankens nicht erwehren: "Manchmal hatte sie den Eindruck, als befänden sich die größten Barrikaden des sogenannten Justizwesens in seinem Inneren, bevor man überhaupt zur Tür hinauskam."

Detective Ballard ist in diesem Kosmos jedenfalls eine exotische Pflanze - jung, ehrgeizig, furchtlos. Und unbeliebt, seit sie einen Vorgesetzten angezeigt hat, der ihr an die Wäsche wollte. In der Folge wurde die Mordermittlerin strafversetzt, weswegen sie nun im Bereitschaftsdienst nachts das Böse jagt. Was ihr entgegenkommt, da sie die dunklen Stunden liebt. Den ersten Fall hatte sie noch allein bestritten ("Late Show"), dann war sie auf den legendären Ermittler Harry Bosch gestoßen, den sie bei einem Einbruch in seiner früheren Wirkungsstätte ertappte, wo er sich Material für seine kalten Fälle besorgte. Die Figur des Harry Bosch ist seit "The Black Echo" von 1992 Connellys Beitrag zum Genre, mit der er sich Weltruhm erschrieben hat.

Nach Ballards erstem Auftritt folgten "Night Team" und "Glutnacht". Nun, im dritten gemeinsamen Fall, hat Ballard eindeutig die Oberhand gewonnen: Sie bestimmt die Vorgehensweise, Bosch assistiert als verlässlicher väterlicher Freund, der noch immer Jagdfieber verspürt, aber lieber seine Tochter häufiger sehen würde. Der Roman spielt während der Corona-Pandemie, Ballard hat eigentlich die Nase voll von Los Angeles, die routinierte Surferin überlegt, in ihre Heimat Hawaii zurückzugehen: "Die Polizei war von proaktiv zu reaktiv übergangen", das ist eine Haltung, die nicht zu Ballard passt. Ganz anders ihre Kollegin Lisa Moore von der Einheit Sexualdelikte, die sich abseilt, wann immer es geht.

Obendrein aiwangert Bosch herum, will sich nicht impfen lassen. Ballard macht kurzen Prozess, und schleppt ihn ins nächste Impfzentrum. Nebenbei jongliert sie taktvoll mit den Gefühlen der Vergewaltigungsopfer, leuchtet die Gang-Vergangenheit des ermordeten Automechanikers aus und überschreitet dabei ständig und mit Entschiedenheit ihre Befugnisse - im Bewusstsein, immer das Richtige zu tun. Dank ihrer Hartnäckigkeit kommt sie in beiden Fällen der Lösung so nahe, dass sie im Fadenkreuz von Männern auftaucht, die sich ihre einträglichen Nebengeschäfte beziehungsweise ihre Hasskreuzzüge gegen Frauen nicht aus der Hand schlagen lassen wollen.

Der Autor spendiert seinen Protagonisten zwar ein seelisches Eigenleben, im Falle Ballards sogar eine Affäre mit einem Rettungssanitäter sowie einen neuen Hund, aber das steht nie im Vordergrund, sondern läuft unter Begleitmusik zur Ermittlungsarbeit. Michael Connelly erzählt ohne Schnickschnack, hält das Tempo durchgehend hoch. Es gibt mit "Desert Star" (2022) schon einen Nachfolgeband mit dem Ermittler-Duo - aber ob Renée Ballard darin noch in Polizeidiensten steht, muss einstweilen offen bleiben. HANNES HINTERMEIER

Michael Connelly: "Dunkle Stunden".

Aus dem amerikanischen Englisch von Sepp Leeb. Kampa Verlag, Zürich 2023. 432 S., geb.,

22,90 - Euro.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.

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LovelyBooks-BewertungVon Soeren am 25.02.2024
Anfangs etwas schleppend, dann spannend bis zum Schluss.
Von Manfred Fürst am 08.02.2024

Renée Ballard zeigt Profil

Nach zahllosen Soloauftritte seines edlen Ritters Detective Harry Bosch rückt Michael Connelly diesen zu Gunsten seiner neuen und unnachgiebigen Detective Renée Ballard in den Hintergrund; das bereits zum vierten Mal und diesmal ist Ballard endlich die Hauptprotagonistin. In der Late Show, der Nachtschicht, hat LAPD-Detective Renée Ballard auch in der Neujahrsnacht Dienst. Sie hofft, ein Paar Serienvergewaltiger im Polizeijargon Midnight Men genannt zu fassen. Die Neujahrsschießerei deckt einen Mord, einem Mann wird in den Hinterkopf geschossen. Obwohl Ballard nicht für Mordermittlungen zuständig, beginnt sie nachzuforschen. Die Forensiker bringen den Mord mit einem alten Fall in Verbindung. Mit diesem Cold Case tritt der pensionierte Harry Bosch auf, der damals in diesem Fall ermittelt hatte. Ballard und Bosch arbeiten in beiden Fällen zusammen, kommen den Täuschungen und Unwahrheiten auf die Schliche und wollen herausfinden was wirklich passiert ist. Ballard setzt sich hartnäckig über alle Einschränkungen hinweg, mit dem einen Ziel, die Fälle zu lösen. Im Mordfall darf Ballard solange ermitteln, bis die Mordkommission übernimmt. Mordermittlungen sind ihr nicht unbekannt, bevor sie in die Late Show strafversetzt wurde war sie Mitglied im West Bureau Homicide. Wenn sie ein wenig Ablenkung suchen, besprechen und bearbeiten sie den Fall Midnight Men. Ballard ist auf der Suche nach einem Schema und der möglichen Vorplanung der Übergriffe. Könnten die Vergewaltigungsopfer alles andere als zufällige Angriffe sein? Ballard spürt den Gegenwind, dem die Polizei ausgesetzt ist; nach tödlichen Zwischenfällen und dem Aufkommen der Black lives Matter-Bewegung steht die Polizei unter Druck. Bei den Kollegen ist Dienst nach Vorschrift angesagt. Ballard ist desillusioniert und stellt sich die Frage, wie die Polizei geändert werden kann, von innen, oder von außen? Sie fühlt ihr Ende bei LAPD rückt näher. Ihr ehemaliger Mentor Bosch mach ihr ein Angebot. Dass in Los Angeles zum Zeitpunkt der Handlung die Covid-19-Pandemie ihren Höhepunkt erreicht und das Capitol in Washington von Trumpanhängern gestürmt wird, verschärft die Situation. Connelly projiziert ursprüngliche Polizeiwerte auf Ballard: in keiner festen Beziehung, Hund Pinto ihr einziger treuer Begleiter, liebt und hasst ihren Job gleichermaßen, im Dauerzwist mit ihren Vorgesetzten und schert sich nicht um Vorschriften. Michael Connelly, ein wahrer Meister in der Präsentation minutiöser polizeilicher Ermittlungsarbeit, dem die Wertschätzung der Polizei in der Öffentlichkeit ein echtes Anliegen ist. Ihm ist wieder einmal ein echter Pageturner gelungen mit der Option des Durchlesens. Connelly pflegt den Bosch-Kult, doch diesmal gelingt es Renée Ballard ein eigenes starkes Profil entwickeln und aus Boschs Schatten zu treten. Good news for Ballard fans: Desert Star Renée Ballard #5 available.