Khalida Popals Buch Meine wunderbaren Schwestern ist ein bewegendes Zeugnis über Mut, Hoffnung und die Kraft des Fußballs in einem Land, das von Unterdrückung und Gewalt geprägt ist. Die Autorin, die selbst Teil des afghanischen Frauen-Fußballteams war, erzählt nicht nur ihre eigene Geschichte, sondern gibt auch den Stimmen vieler Frauen in Afghanistan eine Plattform, die unter den strengen Regeln der Taliban gelitten haben.
Der erste Abschnitt des Buches, der Khalidas Kindheit in Kabul und ihre Flucht nach Pakistan beschreibt, ist zutiefst berührend. Popal schafft es, die alltäglichen Herausforderungen, denen sich Mädchen in Afghanistan gegenübersehen, eindrucksvoll darzustellen. Die ständige Selbstkontrolle, das Verstecken des Fußballsports und die Angst vor Verboten sind für uns hier in der westlichen Welt schwer nachvollziehbar. Es ist schockierend, wie viel Macht Männer über das Leben von Frauen ausüben können, und die Autorin lässt die Leser*innen in die bedrückende Realität eintauchen, die das Leben vieler Afghaninnen prägt.
Besonders eindrücklich ist die Schilderung des heimlichen Fußballspielens. In diesen Momenten der Freiheit dürfen die Mädchen sie selbst sein sie können lachen, kämpfen und träumen, auch wenn dies nur im Verborgenen geschieht. Khalida Popals Engagement für den Frauenfußball ist bewundernswert und zeigt, wie wichtig es ist, für die Rechte von Frauen einzutreten. Ihre Emotionen und der innere Kampf, den sie und ihre Mitspielerinnen durchleben, werden eindringlich geschildert und lassen den Leser nicht unberührt.
Die Schilderung des Asylverfahrens ist bedrückend und verdeutlicht die bürokratischen Hürden, die viele Menschen auf der Flucht überwinden müssen. Khalidas Willenskraft und ihr unermüdlicher Einsatz für die Frauen in Afghanistan sind inspirierend. Es tut einem leid zu sehen, dass diese Bemühungen in der breiten Öffentlichkeit oft nicht die Anerkennung finden, die sie verdienen.
Der letzte Abschnitt des Buches hat mich besonders betroffen gemacht. Die Enthüllungen über den Sportpräsidenten Karim sind schockierend und verdeutlichen, wie tief das System der Korruption und des Missbrauchs in Afghanistan verwurzelt ist. Die Rückkehr der Taliban macht die Situation für Frauen noch bedrohlicher, und Popal gelingt es, die Dramatik der Ereignisse lebendig zu schildern. Die Erinnerungen an die Bilder vom Kabuler Flughafen und die Schicksale der Menschen, die um ihr Leben kämpfen, sind schmerzlich präsent.
Zwei Szenen haben sich besonders in mein Gedächtnis eingeprägt: Das erste Turnier der Fußballerinnen in Pakistan, das nicht nur für die Spielerinnen selbst, sondern auch für die gesamte afghanische Frauenbewegung von großer Bedeutung ist. Es wird deutlich, wie viel diese Mädchen durch den Fußball erreicht haben. Der zweite Moment, in dem Khalida sich von ihrem Zuhause verabschiedet und von ihrem Großvater überrascht wird, ist tragisch und ergreifend. Es ist ein Abschied voller Schmerz und Verlust, der die Realität vieler Afghaninnen widerspiegelt.
Meine wunderbaren Schwestern ist mehr als nur ein Buch über Fußball; es ist ein eindringlicher Appell für die Rechte von Frauen und ein Lichtblick für diejenigen, die für ihre Freiheit kämpfen. Khalida Popals Stimme ist stark und authentisch, und ihr Mut, die Geschichten ihrer Schwestern zu erzählen, wird hoffentlich nicht in Vergessenheit geraten. Dieses Buch sollte von jedem gelesen werden, der die Realität der Frauen in Afghanistan verstehen und unterstützen möchte.