Der Roman ist ein Jahreshighlight für mich! Das Eintauchen in die Anfangstage des Radios ist höchst unterhaltsam und die Geschichte der drei Freundinnen berührend. Es ist der fulminante Auftakt einer Trilogie.Handlung: Frankfurt 1927, drei Freundinnen arbeiten beim Südwestdeutschen Rundfunk (siehe Klappentext).An der Seite der talentierten Sprecherin Gesa ist zu erleben, wie beim Rundfunksender das erste Kriminal-Hörspiel geprobt und live gesendet wird. Das ist große Theaterkunst! Faszinierend, wie Dialoge, Musik und Geräuschkulisse live kreiert werden.Mit viel Mitgefühl und Empörung habe ich die Geschichte der Cellistin Margot verfolgt, die als einzige Frau im Orchester sexuell belästigt und vom chauvinistischen Dirigenten tyrannisiert wird. Das Thema brennt bis heute (#metoo ).Mitreißend geschildert ist der steinige Weg der glamourösen Sängerin Inge, die für Erfolg einen hohen Preis zahlen muss...Ich mochte es, wie die drei Freundinnen sich gegenseitig unterstützen. Viel Herzenswärme.Figuren: Die Autorin zeichnet runde Charakterportraits. Die drei Frauen mit ihren unterschiedlichen Persönlichkeiten sind glaubwürdig. Die vierte Hauptfigur ist der junge Intendant Albert (der sich in Gesa verliebt): markant. Sympathieträger.Erzählweise: Es gibt im Wechsel Kapitel aus der Sicht der 4 Protagonist:innen Gesa, Margot, Inge und Albert (personale Erzählung). Sprachlich auf einem guten Niveau. Stilsicher.Schauplatz: Frankfurt 1927 schillert! Viel Zeit- und Zeitkolorit. Toll recherchiert. Ich habe viel Freude am Kennenlernen des historischen Frankfurts gehabt.Fazit: Sehr empfehlenswert!