Atemberaubend spannender Krimi aus Franken
"Ruhe sanft im Fichtelgebirge" heißt der neue Fall in der Krimireihe von Jacqueline Lochmüller. Meines Erachtens kann man den Krimi auch ohne Kenntnis der Vorgängerbände sehr gut gelesen und genießen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass mir wichtige Informationen für den aktuellen Fall fehlten,. Kristina freut sich auf ein gemeinsames Wochenende mit ihrem Partner Philipp, mit dem sie eine Fernbeziehung führt. Doch dann kommt es anders als gedacht und ein neuer Fall erfordert ihre ganze Zeit, Energie und Konzentration. Sie ist frustriert, da ihr Kollege Breuer plötzlich unerreichbar ist und die Hoffnung auf ein entspanntes Wochenende mit Philipp immer mehr schwindet. Ein Häftling der für zwei Morde veruteilt wurde, floh aus der Justizvollzugsanstalt Bayreuth. Was Kristina nicht weiß, ist, dass ihr Kollege Breuers Wagen liegen geblieben ist und er auf der Suche nach einem Telefon in einem Haus gelandet ist, wo zwei Tote liegen und er nun - gemeinsam mit einer anderen Frau im Keller festgehalten wird. Ihr Ärger über das verpatzte Wochenende und das Verschwinden ihres Kollegen übersteigt - zumindest anfänglich - die Sorge um ihn. Viele Fragen stehen im Raum: Wer sind die zwei Toten, die Breuer im Haus aufgespürt hat? Sind es die beiden nie aufgefundenen Ermordeten, für dessen Tod der entflohene Häftling verantwortlich gemacht wurde? Ist er wirklich dieser Mörder? Wird Breuer rechtzeitig gefunden werden? Alles Fragen, deren Beantwortung hier nicht vorgegriffen werden soll. Das Buch soll schließlich gelesen werden - und es lohnt sich!Selten hat ein Kirimi mich so sehr in den Bann gezogen, dass ich Angst hatte, abends und ggfs. auch nachts weiterzulesen. Die Spannung ist immens und ich konnte kaum das Buch pausieren. Immer musste ich weiter lesen. Ich fieberte v.a. mit, ob Breuer rechtzeitig gefunden werden würde, und was es mit den beiden Leichen auf sich hatte. Der Krimi ist toll und sehr temporeich geschrieben. Er hat mir insgesamt super gut gefallen: vom Schreibstil her, von der Konstruktion des Plots, aber auch was die Charaktere angeht. Allerdings hatte ich immer wieder Probleme mit Kristinas Tendenz, an Anderen ihren Frust abzuladen. Das schien mir recht unprofessionell. Ich erlebte sie insgesamt als einen etwas anstrengenden Charakter. Das tut aber dem Krimi insgesamt keinerlei Abbruch. Unbedingt lesen! Ich freue mich jedenfalls sehr auf weitere Fälle!