Selten amüsiert ein Buch so, wie das bei Alan Bennetts "Handauflegen" der Fall ist. Das ist feinster britischer Humor und klasse Literatur! Eigentlich müsste das Werk "Handanlegen" heißen, denn Clive Dunlop (34), attraktiver Masseur der britischen Prominenz, hatte zu Lebzeiten bei fast jedem Besucher des Gedenkgottesdienstes seine Hände und einiges mehr angelegt. So verbindet Mann und Frau in der Kirche die Furcht vor Aids. Jeder glaubt freilich, in Clives Augen etwas Besonderes, etwas Einzigartiges gewesen zu sein. Einzig Pater Jolliffe weiß seine Erlebnisse mit Clive richtig einzuordnen. Den so ganz und gar ungewöhnlichen Gottesdienst hat er dafür nicht unter Kontrolle. Ein humorvolles, entlarvendes, gewiss auch gewagtes Buch, das allerdings alles Ordinäre ausklammert.