Parceval, 4. (und letzter) Akt.
Afghanistan ist Parcevals Schicksal und lässt ihn nicht los; im vierten Teil dieser Tetralogie harren wir der Katastrophe oder Lösung. Parceval verurteilt als vermeintlicher Vielfachmörder (in Afghanistan), nun als entsprungener Häftling in ganz Deutschland zur Fahndung ausgeschrieben, ist in seiner Bewegungsfreiheit sehr eingeschränkt. Seine Obsession ist die Suche nach seiner Schwester Birgit - inzwischen Mutter geworden - und seiner Nichte Miray. Dafür ergreift er jede Gelegenheit, um den Aufenthalt der drei zu erfahren - sie sollen sich in einer afghanischen Provinz befinden und eben dorthin zu gelangen. Parceval wird zum Spielball als er sich mit dem dubiosen "Transportunternehmer" Martin Gerhardt einlässt. Dieser wird ihn nach Afghanistan fliegen, aber nur wenn er den inhaftierten Terroristen und IS-Kommandeur Nils Walau (s. Parceval 3) aus dem Gefängnis befreit und als "Morgengabe" nach Afghanistan verfrachtet.
Erschwerend kommt hinzu, dass sich Karin Feldmann, die ehemalige Leiterin des Mannheimer Polizeipräsidium an Parcevals Fersen geheftet hat. Nach dem Desaster (s. Parceval 2) wurde sie zwangspensioniert (51 Jahre alt) und hat nur eines im Sinn: Rache und Parcevals Tod.
Unverzichtbar ist der Schutzengel Ksenia - "tausendmal berührt, tausendmal is nix passiert, tausend und eine Nacht und es hat zoom gemacht" (Klaus Lage Band) und sein afghanischer Freund Ustad. Immerhin liegen Parceval und Ksenia auf einer Matratze und bestaunen den Sternenhimmel.
Landow arbeitet hartnäckig am menschenfreundlichen Charakter Parcevals: Bei der Befreiungsaktion dürfen keine begleitenden Polizisten/Beamte getötet, im äußersten Fall mit einem Teaser unschädlich gemacht werden. "Parceval, ein Freund von allen Menschen" (lt. Landow).
Anspruchslos, jedoch routiniert verfasst Landow die 477 Seiten seines Thrillers mit einem flüssigen Schreibstil, Spannung allemal.