Das Grab des Industriellen Schlagowski muss aufgelöst werden, ein Auftrag für den Friedhofsgärtner, ein Routinejob. Im Grab allerdings findet er die Überreste eines weiteren Menschen und einen Brief. Konrads Neugier ist geweckt und gemeinsam mit Martin einem Jungen aus der Nachbarschaft versucht er das Geheimnis, um die unbekannte Leiche zu lösen, kein einfaches Unterfangen nach fast 100 Jahren. Dann gibt es einen weiteren Toten, ein Mann stirbt auf dem Flug von Bogota nach Deutschland, ein Pförtner der Gerichtsmedizin wird ermordet und er bleibt nicht der einzige.Dies war mein erster Roman aus der Feder von Thomas Krüger und so konnte ich mich ohne Erwartungen der Lektüre widmen. Krügers Schreibstil ist anspruchsvoll, allerdings manchmal auch etwas holprig, da er zwischen langen Passagen und plötzlichen Wendungen schwankt. Es dauerte etwas bis ich mich daran gewöhnt hatte Sein Stil wirkt stellenweise etwas konstruiert, was mich manchmal etwas von der durchaus interessanten Handlung ablenkte. Der Autor hat auch mit seiner Art von Humor nicht unbedingt meinen Geschmack getroffen, das kann man ihm nun aber nicht vorwerfen, Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden.Im Zentrum der Geschichte steht Konrad Leisegang, ein Friedhofsgärtner, der seine Arbeit auf dem Kölner Melatenfriedhof liebt. Dieser ruhige Ort inmitten der Großstadt ist nicht nur sein Arbeitsplatz, sondern auch Teil seiner Nachbarschaft. Eine besondere Rolle spielt der 10-jährige Martin, ein aufgeweckter Junge, der sich als wertvolle Unterstützung bei Konrads Ermittlungen erweist. Martins Mutter Amalia hat keine Einwände gegen die Zeit, die ihr Sohn auf dem Friedhof verbringt, und zwischen ihr und Konrad deutet sich eine Romanze an.Hinter den Kulissen kämpft Martin jedoch mit Mobbing durch seinen Schulkameraden Rochus Gröben, dessen Familie ebenfalls in die mysteriösen Vorfälle verwickelt ist. Die polizeilichen Ermittlungen werden von zwei gegensätzlichen Charakteren geführt: dem erfahrenen und besonnenen Kommissar Heribert Rehbein, der kurz vor dem Ruhestand steht, und dem eher unsympathisch dargestellten Jan-Philipp Freese.Die Geschichte bietet eine spannende Grundidee, mit einem ungewöhnlichen Ermittlerduo und interessanten Schauplätzen. Krügers Schreibstil erfordert allerdings etwas Eingewöhnung, da er zwischen ruhigen Passagen und abrupten Wendungen schwankt. Während die Handlung fesseln kann, wirkte der Stil für mich an einigen Stellen zu konstruiert. Der Humor war nicht ganz mein Fall, aber das ist Geschmackssache. Insgesamt ein solider Kriminalroman mit einer besonderen Atmosphäre.