Bücher versandkostenfrei*100 Tage RückgaberechtAbholung in der Wunschfiliale
product
cover

Der nächste Redner ist eine Dame

Die Frauen im ersten Deutschen Bundestag

(1 Bewertung)15
190 Lesepunkte
eBook epub
18,99 €inkl. Mwst.
Sofort lieferbar (Download)
Empfehlen

Die Pionierinnen des Deutschen Bundestags.

Als am 7. September 1949 die 410 frisch gewählten Abgeordneten des ersten Deutschen Bundestages zusammenkamen, waren darunter 28 Frauen. Während der Legislaturperiode wuchs deren Zahl auf 38, doch hatten sie es schwer, politisch in Erscheinung zu treten. Dennoch behaupteten sie sich in ihren Fraktionen und in den Ausschüssen. Die Zentrumsabgeordnete Helene Wessel wurde zur ersten weiblichen Partei- und Fraktionsvorsitzenden gewählt, die SPD-Abgeordnete Jeanette Wolff stieß als bekennende Jüdin und Holocaust-Überlebende mit ihren Forderungen nach Entschädigung der jüdischen Opfer im Parlament auf viel Unverständnis, und die Theologin und CDU-Abgeordnete Anne Marie Heiler war eine typische Hinterbänklerin und hielt am 12. Mai 1950 ihre erste Rede. "Der nächste Redner ist eine Dame", kündigte Bundestagspräsident Erich Köhler sie an.

Mit einem Vorwort von Bundestagspräsidentin Bärbel Bas, 38 Kurzporträts und Texten von Helene Bukowski, Julia Franck, Shelly Kupferberg, Terézia Mora und Juli Zeh.

Produktdetails

Erscheinungsdatum
15. Mai 2024
Sprache
deutsch
Seitenanzahl
256
Dateigröße
2,00 MB
Herausgegeben von
Deutscher Bundestag
Verlag/Hersteller
Kopierschutz
mit Wasserzeichen versehen
Family Sharing
Ja
Produktart
EBOOK
Dateiformat
EPUB
ISBN
9783841235015

Bewertungen

Durchschnitt
1 Bewertung
15
Übersicht
5 Sterne
1
4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0

Zur Empfehlungsrangliste
Von Magnolia am 30.06.2024

Absolut lesenswert

Der nächste Redner ist eine Dame. Heute mutet diese Ankündigung befremdlich an, damals jedoch, als der Bundestagspräsident Erich Köhler die Theologin und CDU-Abgeordnete Anne Marie Heiler am 12. Mai 1950 als Rednerin ankündigt, war es keine Selbstverständlichkeit, eine Frau ans Rednerpult zu lassen. Fünf Minuten Redezeit steht jedem zu, ihre Fraktionskollegen haben diese weidlich ausgenutzt und überschritten, sodass für sie noch magere drei Minuten übrig bleiben. Großzügig erhöht Köhler um eine Minute auf stolze vier Minuten. Ganze 64 Sitzungen hat Heiler abwarten müssen, bis ihr erstmals das Wort erteilt wird. Dies ist eine der kleinen Anekdoten, die auch dazu gehören, die von den Pionierinnen des Deutschen Bundestages erzählen. Das Buch ist aber sehr viel mehr, es stellt wegweisende Pionierinnen unserer parlamentarischen Demokratie vor, zeichnet ihren Lebensweg und ihr politisches Wirken nach. Bärbel Bas, die Präsidentin des Deutschen Bundestages, hat das ausführliche, sehr lesenswerte Vorwort verfasst, die Schriftstellerinnen Helene Bukowski, Julia Franck, Shelly Kupferberg, Terézia Mora und Juli Zeh stellen je eine Abgeordnete vor, alle Porträts berichten von starken, unerschrockenen Frauen, die an ihre Sache geglaubt und dafür gekämpft haben. 38 Kurzbiographien schließen sich an. Da die Frauen durchweg hintere Listenplätze innehaben, rücken sie erst dann nach, wenn ein Abgeordneter stirbt oder aus anderen Gründen ausscheidet. Diese Nachrückerinnen werden wenig despektierlich Sarghüpfer genannt. Auch diese Episode verdeutlicht den Stellenwert der Frauen, die sich gegen die nicht nur zahlenmäßig überlegenen männlichen Abgeordneten behaupten mussten. So einige davon sind mir schon ein Begriff, viele jedoch sind heute vergessen, dieses Buch setzt ihnen ein Denkmal und sollte unbedingt gelesen werden. Neben ihrem unermüdlichen Einsatz und ihrem politischen Wirken ist es ein informatives, interessantes und dazu gut zu lesendes Zeugnis einer Zeit, in der unsere Demokratie fest verankert wurde.