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Götter und Tiere

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimi-Preis, Kategorie International 2020

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Ein Überfall auf eine Glasgower Postfiliale endet als Blutbad. Martin Pavel, selbst noch unter Schock, muss Fragen beantworten. Schon seine Herkunft gibt Kriminalermittlerin Alex Morrow Rätsel auf. Und auch sonst scheint der junge Mann ein besonders undurchsichtiger Typ zu sein
Einen fremden kleinen Jungen im Arm, hockt Martin Pavel im Glasgower Dezemberregen auf einer Bordsteinkante. Beide sind blutbespritzt, halb taub und stehen unter Schock. Doch im Gegensatz zum Großvater des Jungen leben sie noch. Detective Sergeant Alex Morrow und ihr Partner DC Harris sollen herausfinden, was hinter dem Massaker in der Post steckt. Begonnen hat es wie ein ganz gewöhnlicher Raubüberfall: Ein maskierter Mann mit einer AK47 marschiert kurz vor Weihnachten in eine Postfiliale und zwingt die Schlange stehenden Kunden mit vorgehaltener Waffe, sich auf den Boden zu legen. Dann erhebt sich ein älterer Mann, tritt zu ihm und assistiert bei dem Raub, nur um anschließend von dem Maskierten niedergemäht zu werden. Wer war dieser Brendan Lyons, der einem völlig Fremden seinen Enkel anvertraut und sich in dieses Selbstmordkommando gestürzt hat? Kriminalität, Korruption, Katastrophenstimmung: Mit »Götter und Tiere«, einem Roman ihrer Alex-Morrow-Reihe, legt Denise Mina einen rasanten, geschichtsbewussten und philosophischen Noir vor, der von den verblüffend tiefenscharfen Figuren lebt - und nicht alle sind unbedingt sympathisch.

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Produktdetails

Erscheinungsdatum
22. Februar 2021
Sprache
deutsch
Auflage
3. Auflage
Seitenanzahl
352
Reihe
Ariadne, 1246
Autor/Autorin
Denise Mina
Übersetzung
Karen Gerwig
Verlag/Hersteller
Originaltitel
Originalsprache
englisch
Produktart
gebunden
Gewicht
383 g
Größe (L/B/H)
185/121/35 mm
Sonstiges
Mit Lesebändchen
ISBN
9783867542463

Pressestimmen

Besprechung vom 02.11.2020

Gangster im Sturm
Krimis in Kürze: Denise Mina, Robert Brack, Volker Kutscher

Der Titel verweist auf Aristoteles, aber das muss niemanden verschrecken. "Gods and Beasts" hat sich einer der Akteure auf den Hals tätowieren lassen - wer nicht in Gemeinschaft leben könne oder ihrer nicht bedürfe, sei entweder Gott oder Tier, heißt es im ersten Buch der "Politik". In "Götter und Tiere" (Ariadne im Argument Verlag, 352 S., geb., 21,- [Euro]) von Denise Mina kommen definitiv keine Götter vor. Die "Queen of Tartan Noir", die Königin der schottischen Noir-Spielart, erzählt von Existenzen, die mit der Gemeinschaft und deren Regeln große Probleme haben, und solchen, die über diese Regeln wachen. Minas Heldin Alex Morrow ist inzwischen Mutter von Zwillingen geworden, leidet unter Schlafentzug und ist leicht reizbar.

Sie hat einen Halbbruder, Danny, der ein Glasgower Gangster ist, und ihr Leben ist daher "immer ein Spiegel von Dannys". Morrow ist eine angenehm komplexe Figur in der internationalen Ermittlerwelt. Und die Plots, die Denise Mina konstruiert, bleiben dahinter nicht zurück. In "Götter und Tiere" sind es drei Erzählstränge, die einander berühren, dann aber nicht am Ende zu einem netten Schleifchen gebunden werden, damit alles seine Ordnung hat.

Durch dieses Verfahren bleibt Zeit, in verschiedene soziale Milieus der Glasgower Gesellschaft zu blicken. Man erlebt einen populären linken Politiker im Kampf mit der Boulevardpresse und seiner Ehefrau, zwei Polizisten, die das Geld, das sie im Kofferraum eines Dealers finden, beiseiteschaffen, und einen blutigen Überfall auf eine Postfiliale, bei dem Morrow lange nicht weiterkommt, auch weil der Zeuge mit dem Aristoteles-Tattoo eine sehr undurchsichtige Gestalt bleibt. Wie Mina dieses Szenario dann ausklingen lässt, ist ziemlich souverän.

Wer an die Hamburger Sturmflut von 1962 denkt, der denkt eher an Helmut Schmidt, den damaligen Polizeisenator, der als Krisenmanager berühmt wurde, als an einen Kriminalroman. Für "Dammbruch" (Ellert & Richter, 240 S., br., 12,- [Euro]) von Robert Brack liefert die Naturkatastrophe jedoch sogar ein neues Subgenre: den "Sturmflut-Thriller". Bracks Idee ist simpel und sehr überzeugend. Der gerade entlassene Einbrecher Rinke will noch einen letzten großen Bruch machen, auf einem Frachter voller Gold. Doch es ist die Nacht, in der das Sturmtief kommt, und so geht es für Rinke wie für die Polizisten schnell nur noch ums Überleben.

Brack erzählt, von einigen etwas blumig geratenen Passagen abgesehen, knapp, direkt und spannend. Und wie in einem guten B-Movie, an denen der Film noir so reich ist, gibt es da auch eine Femme fatale, die Betty heißt, sich auf ihre Weise um Kriegsversehrte kümmert und die alte Noir-Figur vom good-bad girl, dem Mädchen, das böse erscheint, aber im Grunde gut ist, auf den Kopf stellt. Brack übertreibt es nicht mit Lokalkolorit und historischen Anekdoten, die meist nur Redundanzen hervorbringen. Das letzte Wort hat hier das Sturmtief, das die auch damals schon benennungswütigen Meteorologen "Vincinette" tauften.

Gereon Rath sieht für Leser nicht zwingend aus wie Volker Bruch in "Babylon Berlin", der international gefeierten Serie, die aus den Romanen von Volker Kutscher hervorgegangen ist. Das ist auch gut so. Denn Kutscher hat unbeirrbar weitergeschrieben an seinen Rath-Romanen, die mit den Mitteln des Kriminalromans zu begreifen versuchen, wie sich die Weimarer Republik in den Nationalsozialismus bewegte. Inzwischen ist die Reihe im Jahr 1936 angekommen. An den Tagen von "Olympia" (Piper, 544 S., geb., 24,- [Euro]) waren die Nationalsozialisten propagandistisch ein letztes Mal bemüht, Deutschland als weltoffenes, zivilisiertes Land darzustellen.

Rath wird diesmal ins olympische Dorf abkommandiert - und geht natürlich wieder seine eigenen Wege. Kutscher verschränkt dabei auf bewährte Art Historie und Fiktion zum immer düsterer werdenden Zeitbild. Man liest das Buch wie immer in einem Zug - und ist nach dem völlig überraschenden Finale ratlos, wie Kutscher aus dieser selbsterzeugten Situation in den beiden noch ausstehenden Bänden wieder herauskommen will.

PETER KÖRTE

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.

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LovelyBooks-BewertungVon Nicolai_Levin am 16.11.2022
Eine Postfiliale in Glasgow wird von einem maskierten Täter überfallen. In der Warteschlange erkennt ein pensionierter Busfahrer offenbar den Täter, der ihn daraufhin prompt erschießt. Der Täter wusste, dass die Alarmanlage defekt war, der tote Busfahrer war Kommunist, und die Ermittlungen führen ins Milieu der Arbeiterklasse.Der Kriminalfall spielt - wie so oft bei Denise Mina - nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr dreht sich bei dieser für sich hochspannenden Milieustudie alles eher um die Frage nach Privilegien und Herkunft, wer für die Schwachen sprechen darf, wo Aneignung beginnt und Scheinheiligkeit endet. Das ist klug beobachtet und fein beschrieben und am Schluss weiß man sogar, wer der Täter war.Angeberhinweis: Die Besprechung bezieht sich auf die englische Fassung des Buches.
LovelyBooks-BewertungVon Arun am 20.10.2022
Der Schreibstil hat mir weniger zugesagt. Pluspunkte konnten durch eine gewisse Härte und einen ausgeprägten Zynismus verbucht werden.