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Im Land der Wölfe

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»Wer den politischen Riss unserer Zeit verstehen will, muss 'Im Land der Wölfe' lesen. Elsa Koesters Roman zeigt die Konflikte besser als jedes Sachbuch. « (Thomas Wagner, Die WELT)

Nana kommt in eine vom Wahlkampf erhitzte Stadt am Rand von Sachsen, die voll ist von zurückkehrenden Frauen, von Gründerinnen im Aufbruch, die um ihre ostdeutsche Heimat ringen. Als Coach will sie in Grenzlitz Katja Stötzel, die Kandidatin der Zukunftsgrünen, stärken. Doch sie wird auf Distanz gehalten. Verständnis findet sie bei einem von ganz rechts, Falk Schloßer. In Grenzlitz findet sie ihre Verzweiflung und Wut auf eine Gesellschaft wieder, die sie jahrelang von sich geschoben hat. Als sich die Situation zuspitzt und Katja Stötzel bedroht wird, weil überhaupt alles zu eskalieren scheint, muss sie sich entscheiden: Auf welcher Seite stehe ich eigentlich? Wer meint es ernst mit der Menschlichkeit?

»Im Land der Wölfe« ist ein literarischer Grenzgang. Authentisch und in überzeugender Sprache wird die Geschichte vom aufkommenden Faschismus in einer Kleinstadt ganz im Osten Deutschlands erzählt. Ein Kampf jeder und jedes Einzelnen um Anerkennung und Hoffnung, und als Waffen dienen die Kränkungen der vergangenen dreißig Jahre.

»Elsa Koesters raffinierter Roman 'Im Land der Wölfe' schiebt die politischen Perspektiven so gekonnt ineinander, dass am Ende so etwas wie heilsame Verwirrung entsteht. «Paul Jandl, NZZ

»Elsa Koester erzählt, wie Faschismus heute entsteht. Ihr Buch ist ein Flirren, es reißt mit, saugt ein. Es erklärt dir nicht, warum du mitmachst. Es lässt dich fühlen. Das ist schmerzhaft und das ist nötig, um die Gefahr zu verstehen. «Daniel Schulz (Autor und Journalist)

Produktdetails

Erscheinungsdatum
21. August 2024
Sprache
deutsch
Seitenanzahl
317
Autor/Autorin
Elsa Koester
Verlag/Hersteller
Produktart
gebunden
Gewicht
420 g
Größe (L/B/H)
207/133/28 mm
ISBN
9783627003203

Portrait

Elsa Koester

Elsa Koester wurde 1984 als Tochter einer französischen Pied-noir mit tunesischer Kolonialgeschichte und eines norddeutschen Friesen mit US-amerikanischer Auswanderungsgeschichte in Berlin geboren, wo sie heute lebt. Sie ist politische Journalistin und stellvertretende Chefredakteurin der Wochenzeitung Der Freitag. Die neu entflammte Debatte über Kolonialismus, Identität und Heimat inspirierte sie zu ihrem erfolgreichen Romandebüt »Couscous mit Zimt« (FVA 2020), in das ihre Erfahrungen aus einer diversen kulturellen Identität, als Journalistin und Aktivistin einfließen.

Pressestimmen

»Wer den politischen Riss unserer Zeit verstehen will, muss Im Land der Wölfe lesen. Elsa Koesters Roman zeigt die Konflikte besser als jedes Sachbuch. [. . .] Im Land der Wölfe liefert eine politische Gegenwartsbeschreibung [. . .] Sein Realismus zeigt nicht bloß, was ist, sondern deutet immer wieder an, dass es Auswege aus der wachsenden Verrohung geben könnte. Atemlos und mit klopfendem Herz an sein Ende gelangt, möchte man sogleich erneut zu lesen beginnen. «
Die WELT

»In Im Land der Wölfe schildert die stellvertretende Chefredakteurin der Wochenzeitung der Freitag einen Ort unweit der Realita t. Der Rassismus, die Menschenfeindlichkeit und die Bedrohung werden nicht beim Namen genannt, sondern miterlebt. Elsa Koester la sst uns fühlen und verstehen. «
Berliner Zeitung

»In Elsa Koesters raffiniertem Roman werden die politischen Perspektiven durcheinandergewirbelt [ ] Weil es im Buch um einen Wahlkampf in Ostdeutschland geht [ ] ist das Ganze auch so etwas wie ein aktueller Kommentar zur Lage. Ein ziemlich raffinierter allerdings. Hier gibt es keine Schwarz-Weiss-Malerei, die den Feind schon zu Beginn ausgemacht hat und ihn auf dem Rest der Romanstrecke moralisch nur noch vernichten muss. Im Land der Wölfe schiebt die politischen Perspektiven so gekonnt ineinander, dass am Ende so etwas wie heilsame Verwirrung entsteht [ ] Dass Elsa Koester als Journalistin bei der Wochenzeitung Der Freitag ihren Blick geschult hat, merkt man ihrem Roman aufs Beste an. Sie hat politische Kundgebungen in Görlitz beruflich beobachtet, und wo das Mittel der Reportage nicht hinreicht, schafft Koesters Kunstort Grenzlitz neue Räume für Fragen. «
NZZ

»Koester ist ein großer Wurf gelungen: Sie braucht keine politischen Schlagworte, sondern läßt ihre Leserinnen und Leser den aufkeimenden Faschismus, seine Macht und die Konsequenzen für den Alltag sinnlich erleben. Ein Buch, das einige Fragen beantwortet, die sich nach den letzten Landtagswahlen sicher viele gestellt haben dürften. Und ein Buch, das verstört. Zu Recht. «
WDR5

»Ein vielschichtiger Roman mit einer neuen frischen Perspektive, der die aktuellen gesellschaftspolitischen Konflikte spiegelt. Mit feinem Gespür für Zwischentöne, Widersprüche und neue Einsichten. Ein starker Roman, der zum Nachdenken anregt und hinterfragt. «
egoFM

»Mit Witz und Charme verwebt Elsa Koester das alltägliche Zusammenleben in einer kleinen Stadt mit der Auseinandersetzung zwischen Grün und Blau, zwischen ökologisch-progressiver und national-rückwärtsgewandter Politik. Das fiktive Setting des Romans ist an vielen Orten der Republik längst Realität. Und das nicht allein in Sachsen. «
Parlamentarische Geschäftsführerin von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN im Hessischen Landtag

»In den Dialogen zwischen Nana und Frank beschreibt Elsa Koester teilweise sehr witzig den in unseren Gesellschaften herrschenden Gesinnungsterror. Und auch insgesamt ist das Buch eine unterhaltsame und spannende Lektüre. «
Kultur Extra

»Die Journalistin Koester schenkt uns brandaktuelle, kluge Literatur zur Lage der Nation. «
FRIZZ

Besprechung vom 11.02.2025

In Grenzlitz kribbelt die Freiheit
Ostdeutschland-Porträt als eher überfrachteter Roman: Elsa Koesters Wahlvision "Im Land der Wölfe"

Manchmal geht es ganz ohne Dating-App: Wenn die Single-Frau auf einen Kaffee beim attraktiven alleinerziehenden Vater vorbeischneit und in seiner sympathisch unaufgeräumten Doppelhaushälfte zunächst das Herz der coolen Pippi-Langstrumpf-Tochter im Sturm erobert, weiß der Serien-Aficionado, dass so der Anfang von etwas Großem aussehen könnte. Es "hat was mit mir gemacht", gesteht sie später im schönsten Markus-Lanz-Ton, wie der Mann mit seiner Tochter umgeht, wie er redet, was er sagt. Leider hängt in diesem trauten Heim ein Landser-Foto mit der markigen Zeile "Defend Europe" an der Wohnzimmerwand; auf dem Tisch liegt, zwischen Legosteinen, Nutella und Gouda, ein Exemplar "Mit Linken leben" aus dem Schnellrodaer Antaios-Verlag.

Spätestens hier ahnt man, dass es zwischen der in der Wolle gefärbten Berliner Linken Nana und Falk Schloßer, einem Ex-Zeitsoldaten und JVA-Beamten, wohl eher nicht zum romantischen Happy End kommen wird. Was einen mit sanfter Kraft in dieses schon fast filmisch ausgebreitete Setting hineinzieht, ist eine andere Frage: Sollte man angesichts der ein ums andere Mal krachend scheiternden Versuche der Miosgas, Illners und Klamroths, die Weidels und Chrupallas dieser Welt zu "entzaubern", die Faktenchecks kurz beiseitelassen und auf fiktionale Versuchsanordnungen setzen? Kann Literatur quasi als Außenstelle der Bundeszentrale für politische Bildung funktionieren?

Grenzlitz, in Teilen dem real existierenden Görlitz nachempfunden, heißt der fiktive Handlungsort. Hier, am "Rand der Republik, Ende der Welt", sind nach Massenentlassungen und Treuhanddurchstechereien von 73.000 Einwohnern zu Wendezeiten noch 20.000 übrig geblieben; vor allem die Jungen und die Frauen sind gegangen. Nana, die eigentlich Arianne heißt, hat es aus der hippen Hauptstadt in die sächsische Provinz verschlagen, um bei den anstehenden Oberbürgermeisterwahlen Katja Stötzel, der aussichtsreichen Vertreterin der "Zukunftsgrünen", als Coach zum Sieg zu verhelfen. Falk wiederum ist Social-Media-Beauftragter der laut Umfragen führenden "Blauen".

Elsa Koester, die als Journalistin bei der Wochenzeitung "Freitag" auch Reportage-Erfahrungen im Osten gesammelt hat, schildert uns in ihrem zweiten Roman die letzten Grenzlitzer Wochen vor der Wahl aus Nanas Perspektive. Deren anfängliche Begeisterung für die aus der Region stammende Katja Stötzel ist groß: eine Selfmadefrau, die zu Wendezeiten sechs Jahre alt war und als studierte Volkswirtin in die alte Heimat zurückkommt, inklusive rückenfreihaltendem West-Mann und, logisch, fließend dreisprachig (Deutsch, Englisch, Polnisch). Dazu züchtet Katja eigene Schafe, die sie nach Dig, Dag und Digedag, den Helden des Ost-Comics "Mosaik", benennt. Diese Vorzeigekandidatin könnte die erste zukunftsgrüne Oberbürgermeisterin im Osten Deutschlands werden. Um das zu erreichen, versucht Nana, sie aus der Komfortzone der "Lehrerinnen-Stammtische und veganen Cafés" zu holen. Was sie Katja rät, ist schlau: "Deine Superkraft ist, zurück in die Vergangenheit zu reisen (. . .). Die alten Wunden zu schließen, indem du den Respekt, der zur Wendezeit gefehlt hat, rückwirkend bezeugst."

Auch wenn diese Ebene des Romans ein wenig an die Heimatromane einer Juli Zeh und all die Longreads und Dossiers erinnert, mit denen uns Zeitungen und Magazine seit Jahren die ostdeutsche Provinz näherbringen wollen - Koester leuchtet die Grenzlitzer Milieus differenziert aus und schafft glaubhafte Figuren. Wir werden Zeugen enervierender zukunftsgrüner Strategiediskussionen im mit Geflüchteten betriebenen Café "mosaique", erleben die "1-Prozent-Bewegung", eine Art Vorfeld-Organisation der "Blauen", in Aktion und erweitern dabei mit Nana unseren Wortschatz: Bei "Telis" handelt es sich um ausklappbare Teleskopschlagstöcke. Wird Katja Stötzel neue Oberbürgermeisterin, geht Grenzlitz einer klimaneutralen Zukunft entgegen, mit grünem Wasserstoff und Windparks. Eine Baumhaussiedlung gibt es bereits, "Tiny Houses für blättersuchende Städter oben in den Himmel hineingebaut" - sogar mit Komposttoiletten. Der Supermarkt im Dorf, in dem Katja aufgewachsen ist, gerät dagegen zur Zeitreise in die Neunziger: "Gelbes Licht von Neonröhren an der Decke, niedrige Regale, auf denen Shampooflaschen und Seifen stehen, darauf kleben diese alten Preisschilder, diese gelben aus drei Abteilen, 2,89. Hätte mich nicht gewundert, wenn da DM gestanden hätte." Im Zeitungsständer: "Micky Maus", Kreuzworträtsel, Fernsehzeitschriften, ganz vorn "Compact" und "Junge Freiheit".

Völlig frei von Typisierung bleibt Koesters Figurenzeichnung nicht - ganz und gar kein Pappkamerad ist allerdings Falk Schloßer. Sein "Mentholgeruch", sein Carhartt-T-Shirt erinnern Nana auf verwirrende Weise an ihren Freund, mit dem sie in den Neunzigerjahren in Berlin-Lichtenberg "Nazis klatschen" ging. Dass sie sich am Rand der "Dresden nazifrei"-Demos selbst schuldig gemacht hat, erfahren wir erst später. "Das kann man ja niemandem sagen, wie klingt denn das (. . .), dieser Blaue da, der riecht wie mein Tom? Wie die halbe Antifa?" Ein Mannsbild, schwer einzusortieren. Streitet man mit ihm, macht er seine Punkte, auch wenn er - als einzige Figur - bisweilen in unbeholfen angedeuteten Dialekt verfallen muss: Wieso geht Katja Stötzels Tochter in die private "Regenbogenschule", während Falks Tochter Elli die "Grenzschule" besuchen muss, Ausländerquote sechzig Prozent? Wieso war vom Klimawandel noch keine Rede, als Schröder 2002 durch Grimma "gummistiefelte"? Manchmal ertappt sich die von Selbstzweifeln und Ängsten besetzte Nana dabei, Falks einfache Wahrheiten als attraktives Angebot zu empfinden: "Das leichte Kribbeln von Freiheit."

Nach und nach wird klar, dass sich Nana nach einem grundlegenden Zerwürfnis mit ihrem Bruder Noah in den Provinz-Job geflüchtet hat. Ein zweiter Romanstrang, in konsequenter Kleinschreibung und kursiv gehalten, ist eine Art (Fern-)Dialog mit Noah, in dem die Coming-of-Age-Geschichte des Geschwisterpaars in zerrütteten Verhältnissen verhandelt wird. Dass Koester hier neben Antagonismen wie Stadt/Land oder Ost/West auch noch komplexeste Themen wie Klima- und Migrationspolitik oder Fragen der sexuellen Identität einbaut, überfrachtet den Roman unnötig. Wäre das Buch ein Döner, hätte die Bestellung zweifellos "Einmal mit alles!" zu lauten. In den besten, ehrlichsten Momenten kommt Elsa Koester mit den Sonden der Fiktion weiter als die handelsüblichen Reportage-Formate. Am Wahlabend in Grenzlitz ist der blaue Balken der längste. Kurt, ein altgrüner Realo, spendet Trost nach Art der Kalendersprüche: "Der grüne Weg durch schwarzes Land ist lang. Nun ist er eben noch ein Stückchen länger." NILS KAHLEFENDT

Elsa Koester: "Im Land der Wölfe". Roman.

Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 2024. 318 S., geb.

Alle Rechte vorbehalten. © Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt am Main.

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Von Victory_of_Books am 07.02.2025

Rechts? Links? Mitte? Menschlichkeit!

Wie entwickelt sich die politische Gesinnung der Menschen? Warum driften manche nach rechts, andere eher nach links? Elsa Köster spürt dem Ganzen nach in ihrem Buch Im Land der Wölfe. Schauplatz ist eine Stadt im Osten Sachsens, die zwar fiktiv ist, aber dennoch viele Parallelen zur Realität hat. Die Story dreht sich rund um eine Bürgermeisterwahl in dem fiktiven ostdeutschen Ort Grenzlitz. Konfliktpotential bergen Themen wie Migrationspolitik und Geschlechtsidentität. Der rechte Politiker Paul Witte hadert mit seiner Konkurrenz, der Grünenkandidatin Katja Stötzel. Wittes Unterstützer Falk gerät zunehmend in Auseinandersetzungen mit der Grünen Wahlkampfcoachin Nana, die im Roman auch als Erzählerin fungiert. Die Autorin Elsa Köster stellt explizite, kritische Fragen, die ein ausgewogenes Maß von Rationalität haben, aber ebenso die Bedeutung von Gefühlen hervorheben. Vor allem hat mir die Subtilität gefallen, mit der Köster den Wahlkampf zwischen den rechten Blauen, den Zukunftsgrünen und Linkspinken darstellt. Solch pikante Thematiken lösen schnell mal Wut, Verzweiflung und Ohnmachtsgefühle in einem aus, da man denkt einem selbst seien die Hände gebunden. Also was kann man nun tun ? Mir hat Im Land der Wölfe bewusst gemacht, wie wichtig ein Blick auf unseren gesellschaftlichen Wandel und die Beschäftigung mit Politik ist. Nur wer informiert ist, kann klar Stellung beziehen und sich auf eine (politische) Seite schlagen. Was aber jede*r von uns tun kann: der Menschlichkeit huldigen, in allen Lebenslagen - seien sie politisch oder nicht. Denn eins ist klar, was auf der politischen Schaubühne gerade so alles passiert, ist oft fernab vom Menschlichen. Danke Elsa Köster für den nötigen Anstoß, sich noch mehr mit den Themen unserer Zeit auseinanderzusetzen und dabei immer die Menschlichkeit im Blick zu behalten!
LovelyBooks-BewertungVon victory_of_books am 07.02.2025
Wie entwickelt sich die politische Gesinnung der Menschen? Warum driften manche nach rechts, andere eher nach links? Elsa Köster spürt dem Ganzen nach in ihrem Buch "Im Land der Wölfe". Schauplatz ist eine Stadt im Osten Sachsens, die zwar fiktiv ist, aber dennoch viele Parallelen zur Realität hat. Die Story dreht sich rund um eine Bürgermeisterwahl in dem fiktiven ostdeutschen Ort Grenzlitz.  Konfliktpotential bergen Themen wie Migrationspolitik und Geschlechtsidentität.Der rechte Politiker Paul Witte hadert mit seiner Konkurrenz, der Grünenkandidatin Katja Stötzel. Wittes Unterstützer Falk gerät zunehmend in Auseinandersetzungen mit der Grünen Wahlkampfcoachin Nana, die im Roman auch als Erzählerin fungiert. Die Autorin Elsa Köster stellt explizite, kritische Fragen, die ein ausgewogenes Maß von Rationalität haben, aber ebenso die Bedeutung von Gefühlen hervorheben. Vor allem hat mir die Subtilität gefallen, mit der Köster den Wahlkampf zwischen den "rechten Blauen", den "Zukunftsgrünen" und "Linkspinken" darstellt. Solch pikante Thematiken lösen schnell mal Wut, Verzweiflung und Ohnmachtsgefühle in einem aus, da man denkt einem selbst seien die Hände gebunden. Also was kann man nun tun ? Mir hat "Im Land der Wölfe" bewusst gemacht, wie wichtig ein Blick auf unseren gesellschaftlichen Wandel und die Beschäftigung mit Politik ist. Nur wer informiert ist, kann klar Stellung beziehen und sich auf eine (politische) Seite schlagen. Was aber jede*r von uns tun kann: der Menschlichkeit huldigen, in allen Lebenslagen - seien sie politisch oder nicht. Denn eins ist klar, was auf der politischen Schaubühne gerade so alles passiert, ist oft fernab vom Menschlichen. Danke Elsa Köster für den nötigen Anstoß, sich noch mehr mit den Themen unserer Zeit auseinanderzusetzen und dabei immer die Menschlichkeit im Blick zu behalten!