Zuweilen wirkt die Geschichte ein wenig wie von der Prämisse her gedacht. Das macht sie zunächst nicht schlechter, denn die Fundsituation auf die Ruth Galloway hier stößt bringt tatsächlich einige hochinteressante Probleme mit sich, denen sie per Ausgrabung gleich auf den Grund geht. Das Figurenarsenal ist ähnlich variantenreich, das Verhältnis der Charaktere zueinander nicht weniger und der Leser lernt noch interessante Dinge über kalkhaltige Erdschichten und die regelmäßige Überflutung der Moore von Norfolk dazu.Ruth mit ihrem fürs Krimigenre ziemlich einzigartigen Spezialgebiet, ihr unausstehlicher Chef Phil, Hauptermittler Nelson, mit dem Ruth zwar ein Kind hat, der aber trotzdem mit einer eigenen Familie lebt, zwei Druiden, ein amerikanisches Fernsehteam und natürlich die schrullige Adlesfamilie Blackstock geben ein bunte Mischung pontenziell interessanter Persönlichkeiten ab, die natürlich anständig aneinander geraten. Zu schade, dass sich am Ende viele Klischees über exzentrische Schlossbewohner und ihre Hinterlassenschaften bewahrheiten, doch immerhin gelingt mit der Auflösung der Morde (ja, es folgen weitere) der eine oder andere kleine Coup.Der Showdown findet genretypisch bei nahezu apokalyptischem Wetter statt, selbst für Norfolker Verhältnisse. Wenige Geheimnisse später ist dann auch schon wieder Schluss mit der Action, denn schließlich spielt Ruths Liebesleben auch eine gewisse Nebenrolle, ebenso wie das einer gewissen Polizistengattin. Dieser Teil ist vermutlich am ehesten für Kenner der anderen Teile interessant, Neueinsteigern erschließen sich die scheinbar unvermutet wieder aufflammenden Liebschaften kaum.Originaltitel: "The Ghost Fields"