Inhalt siehe Klappentext.
Ich kenne noch nicht alle, aber doch einige der Krimis aus der Feder von Katharina Peters, nicht nur aus der Rügen-Reihe mit Romy Beccare. Mir gefällt die Insel Rügen (das Kreidemuseum selbst kenne ich nicht, hatte letzten Herbst ein paar schöne Wanderungen an den Kreidefelsen), ich mag Romy und Jan und finde es ziemlich gemein, wie ihm in diesem Band mitgespielt wird. Romy und die Kollegen arbeiten mit Hochdruck daran, dass er aus der Schusslinie gerät - einfach ein gutes Team, beruflich und privat. Um an den Vorgängerband anzuknüpfen: Finn gewinnt langsam, aber sicher wieder Selbstvertrauen, die Kollegen bestärken ihn, wo es geht, das finde ich absolut positiv, und sogar Reymann, der sich am liebsten überall unbeliebt macht, hat eine gewisse, wenn auch gewöhnungsbedürftige Liebenswürdigkeit an sich, die zu Romy und ihrer ureigenen, ebenfalls nicht immer lieblichsten Art passt. Man sollte eben jedem eine Chance geben. Der aktuelle Fall um Julia Schorrer, ehemalige Polizistin, die seinerzeit einen anderen Weg gewählt hat, um ihr Leben zu leben und nun kopfüber wortwörtlich in der Kreide steckt, geht in die Vergangenheit zurück und die Ermittler haben nicht nur mehrere Spuren, denen sie folgen, sondern auch viele Kontakte, die abgeklopft werden müssen. Wer ist wer, wer weiß was, und warum? Eine aufreibende Suche, Aufspürarbeit beginnt, manch einer macht lieber sein eigenes Ding, nicht immer unbedingt klug, es bleibt spannend. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber das Buch mit seinen 362 Seiten war schwer aus der Hand zu legen, wenn man liest, wie lange Hass und Kritik an der eigenen Person überleben können und dass es auch in den besten Familien dunkle Geheimnisse gibt, die keiner ans Licht kommen lassen, am besten totschweigen möchte. Solider Krimi mit Spannung, für mich an den richtigen Stellen, mit gewissem Unterhaltungsfaktor und wohlverdienten 4 Sternen.