Ob der eigenen Gesundheit zu Liebe, aus ethischen Gründen, als positiven Beitrag für die Umwelt oder aus purer Neugierde: Es gibt viele Anreize, die vegane Ernährung auszuprobieren. Aber schmeckt das überhaupt? Was kommt auf den Tisch, wenn Schnitzel, Chicken Wings und Burger plötzlich vom Speiseplan gestrichen werden? Die Antwort liefert Elisa Brunke in ihrem Buch mit über 65 Rezepten und hilfreichen Tipps rund ums Thema vegane Fleischalternativen. Im Fokus: Natürliche Zutaten und unglaublich leckeres Soul Food von Spaghetti Bolognese über Gulasch und Kohlrouladen bis hin zur Sushi Bowl. In mehr als 10 Jahren als Veganerin hat unsere Autorin nicht nur viel in der Küche experimentiert und zahlreiche Rezepte entwickelt. Sie hat vor allem eines herausgefunden: Mit den richtigen Gerichten lässt sich selbst der größte Fleischfan von der veganen Ernährung überzeugen! Ihr Geheimnis: Gewürze, Konsistenz und Optik schließlich ist es nicht der Eigengeschmack von Fleisch, sondern die jeweilige Zubereitungsart, die es so lecker macht. Wer es ausprobiert, wird überrascht sein, wie authentisch Gulasch aus Jackfruit und Thunfisch aus Tomaten schmecken und mit Sicherheit auf den Geschmack kommen!
ist gebürtige Hamburgerin und arbeitet hauptberuflich als Online-Redakteurin. Neben dem Sport gilt ihre größte Leidenschaft dem Kochen, der Rezeptentwicklung und natürlich dem Essen selbst mit einem Studium zur veganen Ernährungsberaterin hat sie ihr Wissen vertieft und sich ein zweites Standbein aufgebaut. Bereits mit 7 Jahren entschied sie, aus Liebe zu den Tieren, kein Fleisch mehr zu essen. Mit Anfang 20 wurde sie dann vegan und begann, auch auf raffinierten Zucker und Fertigprodukte zu verzichten. Ihre Rezepte veröffentlicht sie in verschiedenen Medien und auf Instagram nach einigen eBooks ist No meat today ihr erstes Kochbuch in gedruckter Form.
Wenn man sich fleischlos ernähren möchte, kommt man früher oder später nicht an Fleischalternativen vorbei. Ab und zu möchte man ein Gericht essen, dass ähnlich schmeckt oder auch Gästen etwas vorsetzen, was auch Fleischessern schmeckt. Ich war deshalb besonders gespannt auf dieses Buch, dass gerade typische Fleischgerichte mit Alternativen ersetzt.Sehr gut finde ich die allgemeinen Hinweise. Gerade wenn man so etwas wie Jackfruit nicht kennt, erfährt man hier, wie man es am besten zubereitet. Sonst könnte man auch unliebsame Überraschungen erleben. Die Rezepte, die ich bisher ausprobiert habe, haben mir gut geschmeckt. Eine besondere Überraschung war für mich das Sonnenblumenhack. Eine Zutat, die ich bisher noch nicht kannte und die glücklicherweise der ganzen Familie schmeckt.Ein Problem auf dem Land ist, dass ich hier nicht alle Zutaten bekomme. Und auch in der Stadt, wo ich nur sehr selten hinkomme, weiß ich nicht, wo es diese Zutaten gibt. So etwas wie Misopaste, Noriflocken,Seitanpulver und vor allem Flüssigrauch. Ich arbeite gerne mit Mitteln, die ich überall bekomme. so kann ich ein paar Rezepte nicht ausprobieren, da ich ohne diese Zutaten den Geschmack wohl nicht hinbekomme.Wer aber an all das rankommt, bekommt hier ein Kochbuch, dass Geschmack auf fleischlose Kost macht. Die Rezepte sind leicht nachzumachen und die Bilder sind sehr appetitanregend. Einige der Rezepte, wie z.b. die Lasagne, das Blumenkohlsteak usw. nehme ich sicher in meine Dauerrezepte auf. Wenn ich mal auf eine der besonderen Zutaten stoßen werde, werde ich das sicher auch mal ausprobieren. Ein wenig Zeit zum Stöbern in den Rezepten vor dem Kochen sollte man auch mitbringen. Jenachdem muss etwas vorher hergestellt werden oder die Cashewkerne müssen ca. 4 Stunden einweichen.Ein schönes Kochbuch mit interessanten Fleischalternativen, die überraschend gut schmecken.
LovelyBooks-BewertungVon Cellissimaam 29.09.2020
Vegane Kochbücher gibt es mittlerweile viele, darunter auch viele wirklich tolle. Worin unterscheidet sich also Elisa Brunke?s "no meat today" von all diesen Büchern? -Das Werk präsentiert zunächst einmal vegane Fleischalternativen in ihrer ganzen Bandbreite: Tofu, Tempeh, Sojaschnetzel, Sonnenblumenhack, Erbsenprotein, Lupinen, Seitan, Jackfruit, Pilze, Walnüsse ... Vor allem aber werden hier nicht nur fertig gekaufte Alternativen wie Jackfruit oder Tempeh verwendet, sondern es gibt auch entsprechende Rezepte, sodass man den Fleischersatz selbst zubereiten kann. Auch Sahneersatz wird nicht etwa fertig als Soja- oder Hafersahne gekaut, sondern aus Cashewkernen selbst hergestellt. Auch Saucen und Speck werden nicht fertig gekauft, sondern selbstgemacht. Dabei geschah dies nicht mal, um einen neuen trend zu setzen, sondern eher aus der Not heraus, da die Autorin vor vielen Jahren vegan wurde, es diese ganzen Produkte, die es heute gibt, damals aber nicht gab. So begann sie zu experimentieren, um auch als Veganerin nicht auf den gewohnten Genuss verzichten zu müssen. Die Ideen und Rezepte kommen an - sei es, weil man sich ebenfalls schon ewig vegan ernährt und neue Rezepte und Gerichte ausprobieren möchte, sei es, weil man all die fertigen und stark verarbeiteten, in Plastik oder Dosen verpackten Ersatzprodukte der Umwelt und der eigenen Gesundheit zuliebe einschränken oder ganz vermeiden möchte.Nach den Fleischalternativen werden die wichtigsten Gewürze vorgestellt.Die Rezepte sind untergliedert in die Kategorien Pastaglück, Lieblingsgerichte aus aller Welt, vegan seafood, Burger und Fingerfood, Basics und Beilagen. Es finden sich Gerichte wie Rigatoni mit Kürbisbolognese, Spaghetti Carbonara mit Tofu-Speck, mac?n?cheese mit Kokos-Speck, Lasagne mit Sonnenblumenhack und Cashew-Béchamel, Tagliatelle mit Linsen-Bolognese und Cashewsahne, Bandnudeln mit Geschnetzeltem in Pilz-Sahne-Sauce, gefüllte Ananas mit Kokos-Kurkuma-Reis und Curry-Tempeh, Tomatensuppe mit Reis, Hackbällchen und Cashew-Sahne, sizilianische Arancini, Moussaka, afrikanischer Erdnuss-Süßkartoffel-Eintopf, mexican bowl, gebratenes Gemüse mit Sobanudeln, Tempeh und Erdnuss-Chili-Sauce, Kohlrouladen, Seitan-Tikka Masala mit Basmatireis, Jackfruit-Gulasch, shepherd?s pie, Burger, Flammkuchen ... hier dürfte wirklich für jeden Geschmack was dabei sein.Die Rezepte konnten in der angegebenen Zeit und genau nach Plan zubereitet werden. Die Zubereitung ist wirklich einfach. Manche Rezepte, wie das Tikka Masala, die Paprika mit Seitan-Reis-Füllung und die Tagliatelle mit Linsen-Bolognese und Cashewsahne, haben mich absolut überzeugt und werden künftig regelmäßig auf den Tisch kommen. Oft waren diese Rezepte auch besser als vermutet! Natürlich waren aber auch Rezepte dabei, die eher durchschnittlich, selten auch mal enttäuschend waren. Das ist aber absolute Geschmackssache; man wird auch kaum ein Kochbuch finden, das durchgehend Gerichte enthält, denen man die Höchstbewertung vergeben wird ... Auch ich als alter veganer Hase konnte hier noch Dinge entdecken, lernen, verbessern. So empfiehlt der Hersteller meines Lieblings-Sonnenblumenhacks bspw., dieses in die fertige Tomatensauce zu geben und ca. 10 Minuten mitköcheln zu lassen. Nun habe ich die von Elisa Brunke empfohlene Zubereitungsart ausprobiert - und bin absolut begeistert, da mein Sonnenblumenhack so schön kross wird und dem Original viel, viel näher kommt als die bisherige, vom Hersteller empfohlene Zubereitungsart! Ich werde dieses Hack nie wieder anders zubereiten ... Auch geräuchertes Paprika-Gewürz habe ich erst dank dieses Buches kennengelernt - liebte es aber auf Anhieb, sodass es mir nicht mehr ausgehen wird! Die mac?n?cheese schmecken gerade durch dieses Gewürz so unfassbar gut!Die hochwertigen, ganzseitigen Fotos sind wunderschön anzusehen und machen sofort viel Lust auf?s Nachkochen und Genießen. Empfehlenswert ist es sicher, bei manchen Gerichten etwas zu experimentieren und sie noch mehr an den persönlichen Geschmack anzupassen. So schmeckten mir die Cashewkerne in der Linsenbolognese und in der Lasagne sehr gut; die mac?n?cheese waren mir mit dieser Sauce aus Cashewkernen und Wasser aber viel zu wässrig. Ich habe die Sauce mal mit etwas Hafersahne ergänzt, mal komplett damit zubereitet und finde sie so noch leckerer und wirklich perfekt. Fertig gekaufter Sahneersatz passt aber nicht so gut zum Konzept dieses Buches ...Was ich bei den Rezepten vermisse, sind Nährwertangaben sowie Zubereitungszeiten, die man auf den ersten Blick eindeutig erfassen kann. Ich liebe die Ideen und Rezepte wirklich, und vielleicht gewöhnt man sich im Laufe der Zeit an die Rezepte und denkt an alles und plant entsprechend. Zumindest für die Anfangszeit und wenn man vielleicht nur ab und an zu diesem Kochbuch greift, eine entsprechende Routine sich also nicht so leicht einstellen kann, sind die fehlenden Zubereitungszeitenüberblicke aber ein Problem. Mir ist es leider mehr als ein Mal passiert, dass ich bspw. mittags ein bestimmtes Rezept kochen wollte, mich schon darauf gefreut hatte ... und dann feststellen musste, dass ich dieses Rezept nicht kochen kann, da die Cashewkerne ja mindestens 4 Stunden lang eingeweicht werden müssen und ich das vergessen hatte ... Und da viele Rezepte Cashewkerne benötigen, kann das sehr oft passieren. Längst nicht immer ist man in der glücklichen Lage, dass man dann spontan umdisponieren und bspw. statt mittags einfach abends kochen kann. Wenn man das Essen für abends eingeplant hatte, kann man es für den betreffenden Tag total vergessen - und das ist dann sehr ärgerlich und schade. Trotz dieser Kritikpunkte mag ich das Buch aber. Die Rezepte sind kreativ, neu, anders, maximal gesund, meist sehr lecker, die Palette ist breit gefächert ... Das Buch ist perfekt für alle, die vegan kochen, neue Dinge ausprobieren und entdecken, verarbeitete Produkte vermeiden wollen. Wenn man ein paar Dinge beachtet, dann bereitet einem "no meat today" viel Freude.