Geben, Annehmen und Erwidern nach Marcel Mauss bildet dieser Dreiklang die Basis des sozialen Lebens. Um diese lange Zeit nur sozialanthropologisch rezipierte These hat sich seit den 1990er-Jahren eine produktive Diskussion in der französischen Soziologie entsponnen, als deren Wortführer Alain Caillé gelten kann. Er fordert die Sozial- und Kulturwissenschaften auf, neben dem auf Gewinn abzielenden Warentausch auch Beziehungen des Gebens und Erwiderns als Grundprinzipien der Vergesellschaftung anzuerkennen. Der Band versammelt zentrale Beiträge Caillés zur Auseinandersetzung mit Mauss, zur Sozialtheorie der Gabe und der politischen Dimension dieses Paradigmas sowie zur Theorie des Opfers und des Symbols.
Inhaltsverzeichnis
Inhalt
Vorbemerkung
Alain Caillés Anthropologie der Gabe - Eine Herausforderung für die Sozialtheorie?
Frank Adloff und Christian Papilloud
I. Marcel Mauss, der berühmte Unbekannte
II. Grundzüge eines Paradigmas der Gabe
III. Gegenstimmen und eine erste Vertiefung
IV. Das Konzept der bedingten Unbedingtheit
V. Opfer, Gabe und Utilitarismus
VI. Gabe und Symbolismus
VII. Ein Abend in der "Ambrosia" - Zur strukturalen Analyse der Gabe
VIII. Zu einigen Einwänden
Nachwort zur deutschen Ausgabe
Literatur
Drucknachweise