Mit Inseldate liefert die Autorin einen weiteren fesselnden Fall für die Spiekerooger Ermittler Anke Petersen und Reik Büttner. Dieses Mal dreht sich alles um das Thema Dating mit tödlichen Folgen. Als die junge Marion Sachs tot im Watt aufgefunden wird, deutet zunächst alles darauf hin, dass ihr letztes Date ihr zum Verhängnis wurde. Doch die Ermittlungen führen schnell auf eine noch beunruhigendere Spur: In Ostfriesland wurden bereits mehrere Frauen mit einer unbekannten Waffe ermordet und ihre Ex-Partner auf mysteriöse Weise auf die Insel gelockt.
Der Kriminalfall selbst ist sehr spannend und vielschichtig aufgebaut. Die Verknüpfung von Online-Dating, toxischen Beziehungen und den Gefahren, die daraus entstehen können, verleiht der Geschichte eine aktuelle und gesellschaftlich relevante Note. Besonders gelungen ist, dass es mehrere Verdächtige gibt und immer neue Indizien ans Licht kommen, sodass die Auflösung sich am Ende schlüssig zusammenfügt, ohne zu vorhersehbar zu sein.
Was jedoch nicht ganz überzeugt, ist die persönliche Ebene der Geschichte. Anke und Reik sind ein eingespieltes Team, und ihr Verhältnis wird immer wieder als vertrauensvoll beschrieben doch gleichzeitig gelingt es ihnen nicht, wirklich offen über ihre Gefühle und Erlebnisse zu sprechen. Besonders Ankes Verhalten wirkt in diesem Band manchmal widersprüchlich, und die Art, wie mit ihrer emotionalen Belastung umgegangen wird, bleibt unbefriedigend. Der simple Rat, Urlaub zu nehmen, erscheint als zu oberflächliche Lösung für die traumatischen Ereignisse, die sie offenbar noch nicht verarbeitet hat.
Fazit: Inseldate ist ein atmosphärisch dichter, spannender Krimi mit einem gut konstruierten Fall und aktuellen Bezügen zu Online-Dating und Beziehungsgewalt. Die Ermittlungen sind packend und bieten einige überraschende Wendungen, doch auf der persönlichen Ebene bleiben einige Fragen offen. Wer die Spiekeroog-Reihe liebt, wird trotzdem auf seine Kosten kommen sollte aber mit Ankes Entwicklung in diesem Band möglicherweise etwas Geduld haben.